Fr., 19.05.2017

Amtsgericht Steinfurt Opa lügt für seine Enkelin

Symbolbild 

Symbolbild  Foto: dpa

Ochtrup/Steinfurt - 

Eine 18 Jahre alte Schülerin aus Ochtrup hat wohl ein Stein im Brett bei ihrem Großvater. Ihr Opa behauptete, am Steuer seines Autos gesessen und einen Verkehrsunfall verursacht zu haben. Dabei war seine Enkelin die Unfallfahrerin.

Von Matthias Lehmkuhl

Die bisher nicht vorbestrafte Ochtruperin wurde am Donnerstag vom Amtsgericht Steinfurt wegen Unfallflucht zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Am 31. März vergangenen Jahres saß die Angeklagte am Steuer eines Opel Astra. Der Pkw gehörte ihrem Großvater, der auf dem Beifahrersitz saß. Die damals 17-Jährige hatte ihren Führerschein auf Probe und musste beim Fahren begleitet werden. Auf der Alexander-Koenig-Straße in Steinfurt-Burgsteinfurt kollidierte der Wagen gegen 11.50 Uhr beim Linksabbiegen mit einem Citroën C1. Die Beschuldigte setzte die Fahrt fort, hielt dann einige hundert Meter weiter an. Dann setzte sich der Großvater ans Steuer und fuhr mit seiner Enkelin zur Polizei. Dort gab der Opa an, den Verkehrsunfall verursacht zu haben. Der Sachschaden am Citroën betrug 2400 Euro. „Das ist für mich alles neu“, sagte der Verteidiger verwundert. Er wurde wohl vom Opa seiner Mandantin nicht genau informiert.

„Sie machen zu viel mit ihrem Großvater. Sie müssen selbstständiger werden“, gab der Richter der Angeklagten einen wohlgemeinten Rat. Das Verfahren wegen Falschaussage gegen den Großvater ist zwischenzeitlich eingestellt worden. Ein Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe schlug als Strafe eine Führerscheinsperre vor.

Die Staatsanwaltschaft hatte vor dem Prozess ein Gespräch mit der Angeklagten und ihrer Mutter vorgeschlagen, damit eine Einstellung des Verfahrens mit gewissen Auflagen möglich wurde. Doch darauf gingen Mutter und Tochter nicht ein. Deshalb wurde eine Anklage erhoben. Der Staatsanwalt, der Verteidiger und der Richter einigten sich darauf, die 18 Jahre alte Ochtruperin nach Jugendstrafrecht zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit, einem Verkehrskursus und einem Verkehrssicherheitstraining zu verurteilen. Das alles muss die Schülerin innerhalb von drei Monaten ableisten.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4856184?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F