Mi., 12.07.2017

Am Freitag gibt es Zeugnisse Schüler wissen in der Regel bereits, ob sie versetzt werden oder nicht

Zeugnistag: Wenn die Schüler am morgigen Freitag ihre Zeugnisse bekommen, sollte in der Regel bereits geklärt sein, ob das Klassenziel erreicht wurde oder nicht.

Zeugnistag: Wenn die Schüler am morgigen Freitag ihre Zeugnisse bekommen, sollte in der Regel bereits geklärt sein, ob das Klassenziel erreicht wurde oder nicht. Foto: dpa

Ochtrup - 

Am Freitag gibt es Zeugnisse. Doch die sind nicht für alle ein Grund zur Freude. Die Schulpsychologische Beratungsstelle des Kreises hat deshalb ein Sorgentelefon eingerichtet. Die weiterführenden Schulen in Och­trup blicken dem Zeugnistag jedoch gelassen entgegen. 

Von Anne Steven

Denn „eigentlich sollte es keine Überraschungen geben“, betont der Leiter des Gymnasiums, Peter Grus.

„Ist die Versetzung eines Schülers gefährdet, weil die Leistungen in einem Fach abweichend von den im letzten Zeugnis erteilten Noten nicht mehr ausreichen, so sind die Eltern schriftlich zu benachrichtigen“, heißt es dazu im Schulgesetz NRW.

Gleiches Prozedere an allen Schulen

Das Prozedere ist damit an allen weiterführenden Schulen gleich: Im Frühjahr werden die sogenannten Blauen Briefe an die Eltern betroffener Kinder verschickt. Kurze Zeit später folgt der Elternsprechtag. Eine Gelegenheit, für Eltern und Schüler mit Lehrern ins Gespräch zu kommen, Probleme zu klären und Möglichkeiten für Nachhilfe auszuloten.

"

Wenn es plötzlich irgendwo brennt, fragen die Kollegen natürlich auch selbst bei den Eltern nach.

Doris Nollen Kuhlbusch

"

Grus hat festgestellt, dass Versetzungsprobleme oftmals in der Mittelstufe auftreten. „Da werden viele Dinge einfach wichtiger als Schule“, meint der Schulleiter mit einem Schmunzeln. Es sei aber immer möglich, versetzungsgefährdende Zensuren in einem Kernfach auszugleichen. So lasse sich eine Fünf in Mathe beispielsweise durch eine Zwei in Deutsch kompensieren.

„Wenn es plötzlich irgendwo brennt, fragen die Kollegen natürlich auch selbst bei den Eltern nach“, berichtet die Leiterin der Realschule, Doris Nollen Kuhlbusch. Und dann bietet die Schule Hilfestellung an. Solche Förderpläne gibt es auch am Gymnasium. Gerade bei Schülern, die bereits nach acht Jahren ihr Abitur ablegen, sei es wichtig, die Schullaufbahn im Auge zu behalten, betont Grus.

„Ehrenrunde“ manchmal nicht verkehrt

„Immer wenn die Hoffnung besteht, dass ein Schüler im nächsten Schuljahr erfolgreich mitarbeiten und das Klassenziel erreichen kann, besteht die Möglichkeit einer pädagogischen Mitnahme“, berichtet der Leiter der Hauptschule, Golo Mielke, von Mitteln und Wegen, eine Versetzung doch noch irgendwie hinzubekommen. Grundsätzlich müsse aber immer der Schüler im Fokus stehen.

Und manchmal sei eine „Ehrenrunde“ gar nicht verkehrt, weiß Nollen Kuhlbusch. Jeder Schüler habe zwar das Recht, eine Nachprüfung abzulegen, aber „es gibt Fälle, da sind so große Lücken, dass die Basis fehlt. Dann raten wir von einer Nachprüfung ab.“

"

Es gibt natürlich immer mal Eltern, die kriegen wir zu keinem Beratungsgespräch in die Schule. Aber da muss man schon sehr ignorant sein.

Golo Mielke

"

Die Schulleiterin hat den Eindruck, dass das Sitzenbleiben nicht mehr einen so großen Makel trage wie noch vor Jahren. „Für manche Wiederholer ist es gut. Sie kommen später besser klar.“ An allen Schulen werden bereits während des Schuljahres immer wieder Gespräche mit Eltern und Schülern geführt, wenn die Leistungen zu wünschen übriglassen.

Nachprüfung als weitere Möglichkeit

„Es gibt natürlich immer mal Eltern, die kriegen wir zu keinem Beratungsgespräch in die Schule. Aber da muss man schon sehr ignorant sein“, weiß Golo Mielke. Im Normalfall erreiche man alle Beteiligten aber lange vor den Zeugnissen und sei so in der Lage, das Ruder noch rechtzeitig herumzureißen. Wer knapp am Klassenziel vorbeigeschrammt ist, kann auch an der Hauptschule eine Nachprüfung absolvieren.

In der Regel bekommen Schüler an allen drei weiterführenden Schulen die Schwerpunkte der Nachprüfung, die in der letzten Woche der Sommerferien stattfinden, genannt. Die Vorbereitung müssen sie aber selbst stemmen. Nollen Kuhlbusch empfiehlt Schülern und Eltern, nicht die gesamten Ferien mit Lernen zu verplanen. Drei Wochen Erholung sollten für jeden Schüler drin sein – egal, ob eine Nachprüfung ansteht, findet sie.

Zum Thema

Das Zeugnistelefon der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Steinfurt ist am Freitag von 10 bis 14 Uhr unter der Nummer 0 25 51 / 69 15 79 für Schüler, Eltern und Lehrer erreichbar.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5003579?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F