Fr., 14.07.2017

Amtsgericht Steinfurt 37-Jähriger riskiert Gefängnisstrafe

Ein 37-Jähriger Ochtruper stand am Donnerstag wegen Kinderpornografie vor dem Amtsgericht in Steinfurt.

Ein 37-Jähriger Ochtruper stand am Donnerstag wegen Kinderpornografie vor dem Amtsgericht in Steinfurt. Foto: Mike Oelerich

Ochtrup - 

Die Beweise waren erdrückend. Trotzdem beharrte ein 37-jähriger Mann aus Ochtrup am Donnerstag darauf, nichts mit der ihm zur Last gelegten Tat zu tun zu haben. „Ich schwöre bei Gott. Ich weiß nicht wie diese Bilder und Filme auf mein Notebook gekommen sind“, beteuerte er am Donnerstag im Amtsgericht Steinfurt.

Von Matthias Lehmkuhl

Die Beweise waren erdrückend. Trotzdem beharrte ein 37-jähriger Mann aus Ochtrup darauf, nichts mit der ihm zur Last gelegten Tat zu tun zu haben. „Ich schwöre bei Gott. Ich weiß nicht wie diese Bilder und Filme auf mein Notebook gekommen sind“, beteuerte er am Donnerstagmorgen im Amtsgericht Steinfurt.

Bei dem ledigen Mann ist am 9. Dezember 2015 bei einer Hausdurchsuchung in seiner Ochtruper Wohnung ein auf dem Bett liegendes und in Funktion befindliches Notebook sichergestellt worden. Rund 200 Dateien mit unerträglichen kinderpornografischen Inhalten wurden auf dem Rechner gefunden. Die Polizei stellte den Computer sicher.

„Ich bin beim Verhör von dem Hauptkommissar gezwungen worden, das Protokoll zu unterschreiben. Der Polizist hat damals zu mir gesagt: ‚So ein perverses Schwein wie Sie haben wir fast jeden Tag hier sitzen‘“, schilderte der Angeklagte. Sein Verteidiger erklärte, dass er drei intensive Gespräche mit seinem Mandanten geführt und ihm verdeutlicht habe, dass die Beweise gegen ihn sprechen würden. „Aber mein Mandant bleibt bei seiner Aussage, dass er damit nichts zu tun hat.“

Der Richter versuchte aufgrund der Beweislast den 37-Jährigen zu einem Geständnis zu bewegen. „Wenn wir heute unterbrechen und die infrage kommenden Zeugen zu einem Fortsetzungstermin laden, könnte das am Ende für Sie ganz böse ausgehen“, zog der Richter eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung in Betracht. Und die, obwohl der Ochtruper keine Vorstrafe wegen Kinderpornografie aufwies.

Der Rechtsanwalt und sein Klient zogen sich noch einmal zur Beratung zurück. Doch der Angeklagte blieb bei seiner Version und führte weiter aus: „Meine Mutter war bei dem Verhör dabei. Sie kann bezeugen, wie ich unter Druck gesetzt wurde.“

Der Richter sah sich gezwungen, den Prozess abzubrechen. Am Donnerstag (20. Juli) findet der Fortsetzungstermin mit zwei an der Hausdurchsuchung und am Verhör beteiligten Polizisten sowie der Mutter statt. Dann wird sich entscheiden, ob der 37 Jahre alte Ochtruper ins Gefängnis muss.

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