Fr., 14.07.2017

Zwölf Gymnasiasten absolvieren Grundausbildung Schulsanitäter gehen in Einsatz

Die Schulsanitäter verfügen unter anderem über einen AED, einen sogenannten Laiendefibrillator.

Die Schulsanitäter verfügen unter anderem über einen AED, einen sogenannten Laiendefibrillator. Foto: Almuth Rusteberg

Ochtrup - 

Der Hausmeister fällt von der Leiter, ein Schüler bekommt im Sportunterricht keine Luft oder eine Schülerin stürzt in der Pause und blutet: All das sind Situationen, die im Schulalltag passieren können. Seit fast einem Jahr sorgt am Gymnasium der Schulsanitätsdienst für mehr Sicherheit. Die Verantwortlichen ziehen nun Bilanz.

„Oft ist bei Unfällen zu beobachten, dass viele Menschen keine Hilfe leisten. Das passiert meist aus Angst davor, falsch zu handeln und dafür vielleicht zur Verantwortung gezogen zu werden“, wird Schulleiter Peter Grus in einer Pressemitteilung des Gymnasiums zitiert. Um bei den Schülern gerade diese Hemmungen abzubauen und die Erste Hilfe-Versorgung an der Schule zu verbessern, wurde auf Initiative von Lehrerin Andrea Torunsky und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ein Schulsanitätsdienst ins Leben gerufen.

Ab August 2016 absolvierten zwölf Schüler im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft (AG) die Grundausbildung zum Sanitätshelfer, berichtet die Schule weiter. An Fallbeispielen übten sie, wie man sich in Notfallsituationen verhält. Sie lernten die Funktionen der wichtigsten Organe kennen und übten Maßnahmen wie Blutdruckmessen, das Schienen von Brüchen oder die Gabe von Sauerstoff. Nachdem sie so den Erste-Hilfe-Schein und den Sanitätsschein A erworben haben, dürfen die Jugendlichen ab dem nächstem Schuljahr als Schulsanitäter tätig werden.

In Pausen und bei Veranstaltungen im Einsatz

In einem Team übernehmen sie nach der bestandenen Prüfung künftig in den Pausen und bei Veranstaltungen – gekennzeichnet mit gelben Westen und ausgestattet mit einer Erste-Hilfe-Tasche – freiwillig Dienste, um kleinere Verletzungen direkt zu versorgen oder im Bedarfsfall weitere Schritte einzuleiten. Wird eine weitere Behandlung nötig, ist ein Arzt gefragt. Die Einsätze werden in einem Verbandbuch dokumentiert und erleichtert so eine spätere Unfallmeldung.

Mit ihrer Arbeit entlasten die Schüler das Sekretariat und die Lehrer und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Die AG wird ab der Jahrgangsstufe zehn angeboten. „Die Schüler waren ab dem ersten Moment begeistert dabei“, so Andrea Torunsky, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Peter Hilgenfeldt die AG an der Schule betreut. „Sie entwickelten ein eigenes Logo, organisierten ihren Sanitätsraum neu und warteten das Material.“

Einige Hilfsmittel wie Verbandmaterial und Kühlpacks werden von der Schule bezahlt. Aber erst durch die Unterstützung des Fördervereins war es der AG möglich, einen Sanitätsrucksack sowie einen Automatisierten externen Defibrillator (AED) anzuschaffen – ein Gerät, das während einer Herz-Lungen-Wiederbelebung eingesetzt wird.

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