Sa., 15.07.2017

Wehr probt den Ernstfall an der Waldstraße Szenario: Feuer in den Werkstätten

Unter Atemschutz gingen die Einsatzkräfte ins Gebäude.

Unter Atemschutz gingen die Einsatzkräfte ins Gebäude. Foto: Sabine Sitte

Ochtrup - 

Alarm bei der Freiwilligen Feuerwehr am Donnerstagabend: „Feuer groß mit vermissten Personen“, lautet die Kurzinformation der Leitstelle. Nach nur fünf Minuten rücken die vier Löschzüge aus Och­trup, Langenhorst und Welbergen mit insgesamt 16 Einsatzfahrzeugen bei den Caritas-Werkstätten in Lan­genhorst an. Zum Glück sind Sirene und Blaulicht nicht nötig – das Ganze ist eine geplante Übung.

Von Sabine Sitte

Bevor die Alarmkette ausgelöst wird, gibt es noch jede Menge vorzubereiten: Die beiden Löschzugführer aus Welbergen und Langenhorst, Michael Reinker und Ralf Hagemann, besprechen letzte Details. Ein Blick auf die komplizierten Baupläne der Gebäude. Wo soll das fiktive Feuer lodern, wo sich die vermissten Personen aufhalten, wie die Abschnitte aufgeteilt werden? Und wer von beiden übernimmt die Einsatzleitung?

Nebenan warten die Protagonisten Thomas, Thorsten, Luca, Teresa und Maris von der Jugendfeuerwehr geduldig auf ihren Einsatz. Die Geschichte lautet so: Die fünf Teenager haben sich zu einer heimlichen Party auf dem Gelände der Caritas getroffen. Als ein Feuer ausbricht, fliehen die Jungen in Panik in eines der unübersichtlichen Werkstattgebäude und verriegeln die Zugänge. Die beiden Mädchen sind in der Gärtnerei Feuer und Rauch ausgeliefert. „Gegen 20 Uhr werfen wir die Nebelmaschine an, ja?“, verabreden sich Teresa und Maris mit Blick auf die Uhr und verschwinden im Gebäude.

Alarm über Brandmeldeanlage

Bricht auf dem Betriebsgelände tatsächlich ein Feuer aus, wird die Leitstelle der Feuerwehr über die Brandmeldeanlage informiert. Darüber verschaffen sich die Kameraden nach dem Eintreffen am Einsatzort auch den Zugang zum Gelände. Verschlossene Tore und Türen können so problemlos geöffnet werden.

Als die ersten Fahrzeuge in der Waldstraße eintreffen, informiert Einsatzleiter Hagemann über die Lage. Zwei Teams aus Welbergen und Langenhorst bereiten sich auf die Rettung vermisster Personen aus den Flammen vor. Dichter Rauch wabert durch die geöffneten Türen. Kriechend bewegt sich der erste Trupp in das Innere des Gebäudes.

Ein gellender Hilfeschrei durchbricht die dichte Nebelwand. „Ich bin hier!“, ruft jemand verzweifelt. Ein zweites Team macht sich auf den Weg und durchsucht die obere Etage. „Wir finden die Person nicht! Erbitten Lüftereinsatz!“, knarzt es aus dem Funkgerät des Gruppenführers. Kurz darauf werden die Frauen hustend aus dem Haus und zur Verletztensammelstelle geleitet.

Daten der Patienten akribisch notiert

Hier übernehmen Frank Röhricht und Matthias Stücker das Kommando. „Wie heißen Sie?“, fragen sie die Patienten und: „Wo tut es weh?“, wollen sie wissen. Alle Daten werden akribisch aufgeschrieben. Auf dem Zettel stehen Namen, Uhrzeiten, vorläufige Diagnosen. In diesen Fällen Rauchgasintox, Schock und Schwindel. Zum Glück nur harmlose Diagnosen. „Die Kollegen kümmern sich um Sie“, beruhigt Frank Röhricht die Verletzten. „Der Krankenwagen ist unterwegs.“ Fünf RTW hat der Einsatzleitwagen fiktiv angefordert, nun können sie reduzieren. „Wir bräuchten in dieser Situation nicht alle“, schätzt Stücker ein und geht hinüber zum Einsatzleitwagen der Brandbekämpfung. Dort trägt Thomas Ransmann den aktuellen Stand des Einsatzes auf einem Lageplan ein. „Wir stellen alles nach. Ziel ist es, vor der Lage zu sein, damit der Einsatzleiter besser koordinieren kann.“

Selbst das Hubrettungsfahrzeug mit dem 32-Meter-Teleskoparm ist vor Ort und zeigt seine Fähigkeiten. „Im Ernstfall würden wir darüber die Nebengebäude vor dem Übertritt des Feuers zu schützen versuchen.“

Nach einer Stunde Übung mit etwa 80 Einsatzkräften sind die Organisatoren zufrieden: „Natürlich gibt es immer etwas zu optimieren“, sagt Jörg Veldermann, stellvertretender Wehrleiter. Die Auswertung der Übung erfolgt gleich im Anschluss im Gerätehaus Langenhorst. Für Koordinator Michael Reinker zählt vor allem: „Das Feuer ist gelöscht, die Vermissten sind gerettet, und wir lernen so die Objekte für den Erstfall kennen.“

Fotostrecke: Übung der Feuerwehr in den Caritaswerkstätten

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