Do., 20.07.2017

Arbeitsgemeinschaft Schienenverkehr Münsterland Am alten Stellwerk darf wieder gekurbelt werden

Die alte Kurbel für den Handbetrieb der Schranke war noch vorhanden, alle anderen Teile besorgten sich Nico Schievink (l.) und einige andere Mitstreiter der Arbeitsgemeinschaft Schienenverkehr Münsterland. Deren Vorsitzenden Michael Schumann freut das Engagement.

Die alte Kurbel für den Handbetrieb der Schranke war noch vorhanden, alle anderen Teile besorgten sich Nico Schievink (l.) und einige andere Mitstreiter der Arbeitsgemeinschaft Schienenverkehr Münsterland. Deren Vorsitzenden Michael Schumann freut das Engagement. Foto: Martin Fahlbusch

Ochtrup - 

Es darf wieder gekurbelt werden im alten Stellwerk in Ochtrup. Oder besser: Es kann dort wieder gekurbelt werden, weil die Arbeitsgemeinschaft Schienenverkehr Münsterland (ASM) in dem mittlerweile stillgelegten Gebäude an der Metelener Straße ganz im Sinne der Vorliebe für den guten alten Zugverkehr mal wieder Hand angelegt hat.

Von Martin Fahlbusch

„Ich freue mich immer, dass im Kreis unserer Schienenverkehr-Begeisterten auch solche sind, die sich noch mit der alten Technik auskennen und die wieder Instand setzen können“, freut sich der Vorsitzende Michael Schumann im Gespräch mit dieser Zeitung. Und dabei hat er vor allem Nico Schievink im Blick, der neben ihm sitzt und sich in den vergangenen Monaten mit Unterstützung von anderen Vereinsmitgliedern dem Projekt „Bahnschranke“ gewidmet hat.

Nun ist es ja nicht so, dass an diesem Bahnübergang in der Nähe des Ochtruper Bahnhofs keine Schranken im Bedarfsfalle den Verkehr aufhalten, wenn ein Zug die Metelener Straße kreuzt. Früher haben viele, die vor den geschlossenen Schranken standen, nach oben ins Gebäude geschaut und gehofft, dass der dort damals noch Diensthabende die Schranken mit Muskelkraft bewegt hat. „Dieses Bild haben sicherlich noch viele im Kopf. Und ein wenig davon haben wir hier wieder realisiert“, erläutert Nico Schievink. Zumindest gelang es in Gesprächen mit der Bundesbahn, die Erlaubnis zu erhalten, eine Schranke – allerdings nur parallel zur Straße – aufzubauen, damit der Fahrer des „echten“ Zuges nicht irritiert wird. „Natürlich wollten wir das gute alte Stück auch wieder vom Posten in der ersten Etage des Stellwerkes bedienen.“

Eine echte Schranke kann im alten Stellwerk am Bahnhof wieder bewergt werden. Allerdings darf diese nur parallel zur Straße stehen, damit die Zugführer auf den Gleisen nicht irritiert werden.

Eine echte Schranke kann im alten Stellwerk am Bahnhof wieder bewergt werden. Allerdings darf diese nur parallel zur Straße stehen, damit die Zugführer auf den Gleisen nicht irritiert werden.

Heute werden die modernen Schranken zentral und mit neuer Technik über das elektronische Stellwerk in Coesfeld gesteuert. „Seitdem wir 2010 das Gebäude für den ASM mieten und nutzen können, renovieren wir das wieder Schritt für Schritt“, erläutert Michael Schumann. Eine alte Kurbel für den Handbetrieb war noch vorhanden, aber bewegte nichts wirklich. So musste Nico Schievink mit seiner Truppe erst einmal eine alte Schranke mit kompletten Aufbau finden, Kanäle für die Führungen der Stahlseile ausheben, alte Umlenktechnik auftreiben und einsetzen, bis es sich unten hob, wenn man oben kurbelte.

„Im Gegensatz zu dem früheren Aufbau, mussten wir auch ein paar kreative Wege beschreiten“, schmunzelt Schievink, als er den Weg der Zugseile zeigt. Und nicht ohne Stolz und Zufriedenheit präsentieren sie dann den Lohn ihrer Arbeit. Der Handbetrieb funktioniert nicht nur, sondern beim Senken und Heben der Schranke unten vor dem Fahrdienstleiterstellwerk ertönt auch die markante Glocke und sorgt zusätzlich für Aufmerksamkeit.

Neben der eigentlichen Renovierung und Instandsetzung des Gebäudes hat der Verein zudem den alten Relaisraum zu einem Treff und Vortragsraum umgestaltet. „Wir haben das alte Relais-Stellpult im Fahrdienstraum so wieder aufgebaut, dass man Zugfahrten zwischen Steinfurt und Gronau in Echtzeit simulieren kann“, freut sich der gebürtige Niederländer Schievink. „Ich bin sicher, uns gehen die Ideen auch in Zukunft nicht aus“, schmunzelt Michael Schumann.

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