Do., 20.07.2017

Amtsgericht Steinfurt Kinderpornografie: Ochtruper gesteht doch noch

Symbolbild 

Symbolbild  Foto: Mike Oelerich

Ochtrup/Steinfurt - 

Eine Woche lang hatte ein 37 Jahre alter Mann aus Ochtrup Bedenkzeit. In diesem Zeitraum hat wohl sein Verteidiger erneut vehement auf ihn eingewirkt. Denn am Donnerstag gab der Angeklagte im Amtsgericht Steinfurt zu, rund 240 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten auf sein Notebook heruntergeladen und gespeichert zu haben.

Von Matthias Lehmkuhl

Ein Ochtruper hat gestanden, kinderpornografische Inhalte auf seinen Rechner geladen zu haben. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe. Zudem muss der 37-Jährige eine Geldauflage zahlen.

Noch vor einer Woche gab der Angeklagte vor Gericht an, mit den auf seinem Notebook gespeicherten unerträglichen Fotos nichts zu tun zu haben ( wir berichteten). Die Polizei hatte am 9. Dezember 2015 den Rechner nach einer Hausdurchsuchung beschlagnahmt. Der Richter warnte den Ochtruper vor einer Woche davor, weiter zu leugnen, weil die Beweise eindeutig gegen den Täter sprachen. Aber er blieb bei seiner Version.

Daraufhin lud das Gericht die drei damals mit der Ermittlung betrauten Polizeibeamten als Zeugen ein. Doch die Ordnungshüter konnten ohne Aussagen wieder entlassen werden. Denn der 37-jährige wegen unerlaubten Waffenbesitzes und unerlaubten Besitzes von Munition vorbestrafte Angeklagte legte ein Geständnis ab.

„Durch Zufall auf Bilder gestoßen“

„Ich möchte aber betonen, dass ich die Bilder nicht zielgerichtet im Internet gesucht habe, sondern durch Zufall darauf gestoßen bin“, schränkte der Ochtruper ein. Das bewog den Richter ihn zu fragen, ob er pädophile Neigungen habe und schon einmal über eine Sexualtherapie nachgedacht hätte. Beides verneinte der Täter. „Meinem Mandanten war es beim ersten Prozesstermin einfach zu peinlich, die Vorwürfe zuzugeben. Außerdem hatte er große Angst vor einer hohen Strafe“, erklärte sein Verteidiger.

Die Staatsanwältin plädierte auf eine Bewährungsstrafe in Höhe von fünf Monaten. Zusätzlich sollte der Beschuldigte 2250 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen. Die Verteidigung war der Überzeugung, dass eine Geldstrafe ausreichend sei. „Ich habe einen festen Job und eine feste Freundin“, lautete das letzte Wort des Ochtrupers.

Fünf Monate auf Bewährung und 1800 Euro 

Das Urteil des Richters entsprach der Forderung der Staatsanwältin: fünf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. Nur die Geldauflage reduzierte er auf 1800 Euro. „Sie haben beim ersten Prozesstermin den Kopf in den Sand gesteckt und noch rechtzeitig wieder herausgezogen“, meinte der Richter. Und weiter: „Sie zeigten Interesse, aber keine Neigung. Jedoch war mir ihre Bereitschaft zur Reue nicht ausreichend genug.“

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