Mi., 13.09.2017

Rücksichtnahme in der Erntezeit Wenn das Maisfieber ausbricht

Bald fahren die Maishäcksler wieder über die Acker – und auch über die Straßen. Während der Erntezeit sind deshalb bei allen Verkehrsteilnehmern besondere Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme gefragt.

Bald fahren die Maishäcksler wieder über die Acker – und auch über die Straßen. Während der Erntezeit sind deshalb bei allen Verkehrsteilnehmern besondere Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme gefragt. Foto: Andreas Große Hüttmann

Ochtrup - 

Für alle Beteiligten ist sie ein Highlight, für alle anderen kann die Maisernte mit ihren großen und lauten Maschinen durchaus lästig werden, besonders im Straßenverkehr. Landwirte und Lohnunternehmer hoffen in dieser Zeit auf Verständnis und Rücksichtnahme.

Von Heidrun Riese

Naht der Herbst, bricht das Maisfieber aus. Keine Sorge, es handelt sich dabei nicht um eine gefährliche Krankheit. Tatsächlich ist damit gemeint, dass Landwirte und Lohnunternehmer der Maisernte entgegenfiebern – und das hat Tradition. „Früher haben viele Leute gemeinsam die Ernte eingefahren“, erklärt Thomas Ostendorf, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes. „Das war ein Ereignis wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen.“ Obwohl sich im Laufe der Jahre in der Landwirtschaft vieles verändert hat, ist die Maisernte noch immer Teamarbeit und deshalb weiterhin ein Höhepunkt für alle Beteiligten. Das hat natürlich auch mit der besonderen Technik zu tun, mit der es über die Äcker geht.

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. So ärgern sich während der vierwöchigen Erntezeit von Mitte September bis Mitte Oktober immer wieder Bürger über Lärm und Verkehrsbehinderungen durch die großen Gerätschaften sowie verschmutzte Straßen.

Christoph Niehoff, Bernd und Markus Janmieling von Tillmann Agrarservice (v.l.).

Christoph Niehoff, Bernd und Markus Janmieling von Tillmann Agrarservice (v.l.). Foto: Heidrun Riese

Letztere liegen in der Verantwortung von Landwirten und Lohnunternehmern. Damit sich während der Fahrt so wenig Häckselgut wie möglich aus dem Staub macht, werden die Hänger entweder nicht ganz voll gemacht oder sie sind mit einem Netz ausgestattet. „Ganz verhindern kann man es nicht, dass etwas abrieselt“, betont Michael Struck von Agrarservice Wessendorf. „Aber wir tun unser Möglichstes.“ Alles andere wird beseitigt, so schnell es geht. Nicht selten kommt dabei eine Kehrmaschine zum Einsatz. In der Zwischenzeit warnen Schilder vor der möglichen Rutschgefahr.

Wenn es darum geht, mit dem Lärm der Maishäcksler nicht zu sehr an den Nerven der Anwohner zu zerren, ist Planung gefragt. „Abends fahren wir nicht in Stadtnähe“, informieren Markus und Bernd Janmieling, Junior-Chefs von Tillmann Agrarservice.

Heinz Düker (l.), Benedikt Wessendorf (2.v.l.) und Michael Struck (r.) von Agrarservice Wessendorf mit Thomas Ostendorf (LOV).

Heinz Düker (l.), Benedikt Wessendorf (2.v.l.) und Michael Struck (r.) von Agrarservice Wessendorf mit Thomas Ostendorf (LOV). Foto: Heidrun Riese

Und dann ist da noch das Problem, dass die riesigen Fahrzeuge – besonders auf den schmalen Straßen in den Bauerschaften – den anderen Verkehrsteilnehmern oft im Weg sind. „Das funktioniert nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme“, weiß Theo Tillmann, Inhaber des Unternehmens. Häckslerfahrer würden oberste Vorsicht walten lassen. „Ob er in dieselbe Richtung fährt oder entgegen kommt – sie bleiben immer hinter einem Fahrradfahrer, bis er sich auf den Seitenstreifen stellt und ein Zeichen gibt“, informiert Markus Janmieling. Ist ein Reiter auf derselben Straße unterwegs, werde sofort der Motor ausgestellt.

Autofahrer sollten beachten, dass die großen Maschinen aufgrund ihres enormen Gewichts nicht auf die Bankette ausweichen können. „Da bleiben nur Ausweichbuchten und Feldeinfahrten“, erklärt Theo Tillmann. Und wer hinter einem mit 40 km/h über die kurvige Landstraße tuckernden Häcksler festhängt, muss einfach etwas Geduld und Verständnis mitbringen. Maisernte ist schließlich nur einmal im Jahr.

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