Mo., 09.10.2017

„Running Artist“ Klein, fein und vor allem sehr privat

„Running Artist“: Marcel Dieks lupfte die Saiten seiner Gitarre.

„Running Artist“: Marcel Dieks lupfte die Saiten seiner Gitarre. Foto: Sabine Sitte

ochtrup - 

Manche Veranstaltungen können nicht groß vorangekündigt werden. Sie sind klein und fein und vor allem eines: sehr privat. Wie das „Running Artist“. Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr haben am Freitag erneut vier Gastgeber ihr Haus einen Abend lang zur Bühne umgestaltet, dazu vier Künstler und je vier Handvoll Gäste eingeladen.

Von Sabine Sitte

Manche Veranstaltungen können nicht groß vorangekündigt werden. Sie sind klein und fein und vor allem eines: sehr privat. Wie das „Running Artist“.

Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr haben am Freitag erneut vier Gastgeber ihre Häuser einen Abend lang zur Bühne umgestaltet, dazu vier Künstler und je vier Handvoll Gäste eingeladen. Was am Ende bleibt? Die Begeisterung für einen spannenden Abend mit kulturellen Überraschungen, netten Gesprächen und vielleicht der Beginn interessanter neuer Bekanntschaften.

Manchmal schmuggelt sich das kleine Glück einfach in die Menge und gibt sich nicht zu erkennen. So auch an diesem Abend. Im Wohnzimmer von Familie Konermann prasselt das Kaminfeuer, die Beleuchtung ist gedimmt und heimelig und in der angrenzenden Küche verlocken leckere Häppchen zum Verzehr. Nach und nach füllen sich die Räume mit Menschen, Geplauder und leisem Gelächter. Die Aufregung steigt: „Was wird uns heute erwarten?“

Inmitten der Gäste unterhält sich Sabine Dankbar, die als erste Künstlerin den Abend eröffnen wird. Die gebürtige Ochtruperin möchte Passagen aus ihrem aktuellen Buch „Das Dankbar Prinzip“ vorlesen und ist gespannt. „Es ist eine große Herausforderung, eine Lesung mit einem Sachbuch zu gestalten“, sagt sie und gibt zu: „In einem solchen privaten Rahmen habe ich das noch nicht gemacht.“

Sabine Dankbar las Passagen aus ihrem Buch vor.

Sabine Dankbar las Passagen aus ihrem Buch vor. Foto: Sabine Sitte

Das Publikum des Abends sitzt verteilt im Raum auf einem liebevoll zusammengestellten Interieur aus Stühlen, Sesseln sowie dazu geschobenen Sofas und lauscht ihrer kurzen Interpretation der Dankbarkeit. „Dem Leben mit Gelassenheit und Zuversicht begegnen.“ Dazu ein kurze Übung zum Innehalten für die Zuhörer und ein Fazit: „Ich sehe in lächelnde Gesichter“, freut sich die Autorin, bedankt sich für den Auftritt und eilt zum nächsten Haus. Running Artist eben.

Für die verschiedenen Engagements hat „jeder der Gastgeber in seinen privaten Kontakten gekramt“, sagt Tanja Konermann, die die Veranstaltung gemeinsam mit Markus Bünseler vergangenes Jahr ins Leben gerufen hat. Die Gagen und Spesen der Künstler werden aus den Spenden des Abends finanziert.

20 Minuten darf sich jeder der vier Künstler auf der imaginären Bühne präsentieren. Marcel Dieks überschreitet sein Limit locker. Der Singer-/Songwriter lupft in die Saiten seiner Gitarre und lässt so schnell nicht wieder los. Sein Repertoire: ein musikalisch witzig bis melancholisches Potpourri aus eigenen Liedern in deutscher Sprache und einem Cover-Song von Udo Lindenberg. Der 30-jährige „Nebenbei-Musiker“ gibt zudem eine Menge Privates von sich preis und erntet so eine Menge Respekt. Denn, so das Fazit über seinen Auftritt: „Das verlangt viel Mut, sich vor diesem kleinen Kreis so zu öffnen.“

Bei Familie Ruhwinkel in der Hellstiege haben mit dem dritten Künstler des Abends, Michael Mikolaschek – Miko, der Jazz und irische Volksmusik Einzug ins vollbesetzte Wohnzimmer gehalten. Am hauseigenen Klavier ertönen verspielte bis leidenschaftliche Klänge aus eigener Feder und Komponisten wie Bill Evans und Cole Porter. Der renommierte Pianist ist ebenso leidenschaftlicher Orgelspieler und gibt verschmitzt zu: „Ab und an improvisiere ich während des Spiels Momente mit kurzen Ausflügen in die barocke Musik.“

Michael Mikolaschek brillierte am Klavier.

Michael Mikolaschek brillierte am Klavier. Foto: Sabine Sitte

Zum Abschluss ein literarisches Dessert mit Lachgarantie: Markus Bünseler liest Texte von Loriot und Horst Evers. Skurrile Geschichten über Edmund Stoiber, ein Nudel-Martyrium in Rheine und ein „heute für morgen bestelltes Brot von gestern“ sorgen für unbeschwerte Heiterkeit.

Für das Publikum ist das Fazit des Abends eindeutig: „Die Premiere voriges Jahr war super, diesmal gefiel uns die bunte Mischung noch besser!“ Und die vier Gastgeber? „Lasst uns das im kommenden Jahr wiederholen.“

Markus Bünseler sorgte für ein literarisches Dessert.

Markus Bünseler sorgte für ein literarisches Dessert. Foto: Sabine Sitte

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