Di., 14.11.2017

Ochtruper Kulturtage Klangvielfalt der späten Stunden

Die „Facetten der Nacht“ standen im Mittelpunkt eines Konzerts des Meisterchores „Con fuego“.

Die „Facetten der Nacht“ standen im Mittelpunkt eines Konzerts des Meisterchores „Con fuego“. Foto: Maximilian Stascheit

Ochtrup - 

Ziemlich dunkel war es am Sonntagabend im Foyer der Villa Winkel. Nur eine große Leinwand und die kleinen Lichter der Notenleuchten sorgten für die passende Atmosphäre beim Konzert des Chores „Con fuego“. Im Rahmen der Kulturtage präsentierte Och­trups Meisterchor in einem vom Publikum umjubelten Konzert die „Facetten der Nacht“.

Von Maximilian Stascheit

Mit verschiedensten Abend-, Nacht- und Wiegenliedern zeigten die Sängerinnen und Sänger, Instrumentalisten und herausragenden Solisten die Vielfältigkeit der traditionsreichen Nachtmusik, die von klassischen Kinderliedern über Opernstücke bis hin zu Musicalausschnitten nahezu alle Genres berührt.

Dass es wohl keinen großen Komponisten gab, der sich in seinen Werken nicht mit den Klängen der späten Stunden befasst hat, machte die Auswahl der Stücke deutlich. Da war zum Beispiel Johannes Brahms‘ langsames und schmerzliches Stück „In stiller Nacht“, bei dem die Nacht zur Zeit des Bangens, des Trauerns und der Sorgen wird. Oder das durch Johann Sebastian Bachs Choral (BWV 392) verbreitete Abendlied „Nun ruhen alle Wälder“, welches auch heute noch in zahlreichen Kinderliederbüchern zu finden ist.

Auch in die Welt der Musicals tauchten die Musiker im Laufe dieses kurzweiligen und mitreißenden Konzertes ein. So präsentierten die auf der Treppe des Raumes stehenden Sänger den bewegenden und rhythmisch eindrucksvoll an Klavier und Schlagzeug begleiteten Song „The Last Night of the World“ aus dem weltbekannten Broadwaymusical „Miss Saigon“. Schauspielerqualitäten stellte auch Sopranisten Sandra Lischik unter Beweis, als sie schwungvoll durchs Publikum tanzend das Stück „Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht“ aus dem Musical „My Fair Lady“ präsentierte.

Solistisch brillant war auch Tenor Wilfried Stening, der mit dem weltbekannten Opernstück „Nessun dorma“ aus der Feder von Giacomo Puccini begeisterte und im Duett mit Kirsten Sicking das schwungvolle, von Franz Léhar komponierte Stück „Heute Abend komm‘ ich dir“ aus der Oper „Der Zarewitsch“ aufführte.

Mit der von Chorleiter Thomas Lischik komponierten Version des Liedes „Der Mond ist aufgegangen“ nahmen die Akteure ihr Publikum nach der Pause mit auf einen ausgiebigen Spaziergang durch die Musikgeschichte. Dabei stand jede Strophe im Zeichen einer anderen Epoche, wobei die Melodie im Zuge der verschiedenen Sätze durch die einzelnen Stimmen wanderte. Die Moderatoren Sandra Lischik und Martin Huckebrink weihten die Zuhörer vor jeder Strophe in die Eigenarten der jeweiligen Epoche ein und reisten mit ihnen von der mächtigen Mehrstimmigkeit des Mittelalters über die Zeit des Barock, der Klassik und der Romantik bis hin zum swingenden Abschluss.

Als es am Ende des mit starkem Beifall honorierten Konzertes dann „Dat du min Leewsten bist“ hieß, durften sich die zahlreichen Zuhörer ebenfalls gesanglich betätigen. Und auch bei der Zugabe „Guten Abend, gute Nacht“ stimmte das Publikum munter mit ein.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5286736?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F