Mo., 13.11.2017

Kulturringkonzert auf Haus Welbergen Ein munteres, stets makelloses Musizieren

Gekonntes Zusammenspiel: Raisa Ulumbekova (l.) und Risa Adachi.

Gekonntes Zusammenspiel: Raisa Ulumbekova (l.) und Risa Adachi. Foto: Lynn Meckmann

Ochtrup - 

Ein Duo, das begeisterte: Die Violinistin Raisa Ulumbekova und die Pianistin Risa Adachi überzeugten am Sonntag auf Haus Welbergen.

Klavierauszüge und Arrangements für unterschiedliche Besetzungen – ein klassisches Verfahren, sich große Orchesterwerke instrumental selbst zu erarbeiten oder einem Publikum darzubieten. Tonträger und Internet ermöglichen heute jederzeit Zugang. Wer setzt sich da heute noch dem mühevollen Eigenstudium aus? Raisa Ulumbekova (Violine) und Risa Adachi (Klavier) besannen sich auf diese Tradition: In der II. Abonnementveranstaltung des Kulturringes der Stadt Ochtrup auf Haus Welbergen begeisterten sie das Publikum im „Salon“ mit einer instrumentalen Fassung der 6. Sinfonie F-Dur, der sogenannten Pastorale, von Ludwig van Beethoven.

Prosa für Geige und Klavier, verbunden mit viel Volksmusik aus dem kroatischen Raum. „Man überlässt es dem Zuhörer, die Situationen auszufinden. Sinfonia caracteristica oder eine Erinnerung an das Landleben“, mit diesen Worten mahnt Beethoven an, dass es ihm mehr um Empfindungen als um Tonmalerei geht. Stimmungsvoll, mit viel Gefühl und biegsamer Artikulation führte die Geigerin in die Szene ein, vom Klavier behutsam begleitet. Im gekonnten Zusammenspiel, stets mit klarer Melodieführung, drängte das Duo zur Entfaltung der vollen Themengestalt. Ein munteres, stets makelloses Musizieren ließ keine Langeweile aufkommen. Beeindruckend, vorwärtsdrängend mit hastenden Staccati die Gewitterszene, ausklingend in einer sanften Melodie. Bei dieser im wahrsten Sinne hautnahen Interpretation, entdeckte man Feinheiten, die im Konzertsaal manchmal nicht so herüberkommen.

Ungewöhnlich, eine ganze Sinfonie in einem Kammerkonzert zu hören. Einen Gegenakzent setzten nach der Pause Kompositionen von Sergei Rachmaninow und Camille Saint-Saëns. Man wirft Rachmaninow ja manchmal den Hang zum Trivialen vor. Seine Vocalisen neigen vielleicht auch ein wenig dazu. Aber sie sind eingehend und haben einen faszinierenden Wohlklang. Hier herrlich vom Duo inszeniert, wohl dosiertes Gefühl, nicht ins Sentimentale abgleitend die Vocalise No 14 aus op.34.

„Introduction et Rondo capriccioso“ op.28 von Camille Saint-Saëns: Mit diesem virtuosen Stück, vom Duo mit Schwung vorgetragen, und viel Beifall ging ein kurzweiliger „Salonabend“ zu Ende. Aus dem Zugabenschrank gab es dann noch ein Capriccio von Pablo de Sarasate.

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