„Miteinander Ochtrup“
Spiel, Spaß und Hausaufgaben in der Eltern-Kind-Gruppe

ochtrup -

Ursprünglich war die Eltern-Kind-Gruppe des Vereins „Miteinander Ochtrup“ für Flüchtlingskinder gedacht, die keinen Kita-Platz bekommen haben. Seit dem Sommer 2015 gibt es sie bereits. Von Anfang an kamen aber auch Geschwisterkinder mit zu den Treffen. Heute wird nicht nur gespielt, sondern es werden auch Hausaufgaben gemacht. Die Eltern nutzen die Treffen zum Austausch.

Freitag, 12.01.2018, 06:01 Uhr

Bunt gemischt ist die Eltern-Kind-Spielgruppe des Vereins „Miteinander Ochtrup“. Jeden Mittwoch und reitag haben
Bunt gemischt ist die Eltern-Kind-Spielgruppe des Vereins „Miteinander Ochtrup“. Jeden Mittwoch und reitag haben Foto: Irmgard Tappe

Améne protestiert. Ihre ältere Schwester und deren Freundin möchten ihr behilflich sein, die Holzfiguren eines Puzzles richtig einzusetzen. Aber dagegen wehrt sich die Dreijährige energisch. Das kann sie schließlich ganz allein. Die größeren Mädchen kommentieren es mit einem Lächeln und wenden sich schließlich anderen Spielen zu.

Améne kommt aus Syrien. Sie war noch ein Baby, als ihre Eltern und Geschwister im Sommer 2015 aus ihrer Heimat flüchteten und in Ochtrup eine Bleibe fanden. „Es ist immer wieder interessant zu beobachten, dass das Verhalten von Kindern aller Nationen gleich ist. Egal ob sie nun aus Syrien, Deutschland, Afghanistan oder anderswoher kommen“, bemerkt Christa Fontein schmunzelnd. Die Kinderpflegerin betreut die Eltern-Kind-Spielgruppe des Vereins „Miteinander“ gemeinsam mit der Integrationshelferin Beate Arndt . Im September 2015 wurde diese Gruppe im Obergeschoss des ehemaligen DRK-Zentrums ins Leben gerufen. Das Angebot wird vom Jugendamt und dem

Kinder jeder Altersstufe spielen in der Eltern-Kind-Gruppe des Vereins „Miteinander Ochtrup“.

Kinder jeder Altersstufe spielen in der Eltern-Kind-Gruppe des Vereins „Miteinander Ochtrup“. Foto: Irmgard Tappe

Landwirtschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gefördert und vom Verein „Miteinander Ochtrup“ initiiert. „Ursprünglich war die Gruppe für Flüchtlingskinder gedacht, die in den Kitas keinen Platz bekommen hatten. Aber die Geschwisterkinder kamen von Anfang an mit und sind natürlich ebenfalls bei uns willkommen“, erzählen die Betreuerinnen.

Achmed zum Beispiel ist bereits ein Schulkind. Trotzdem geht er noch gern in die Spielgruppe. Doch das Spielen muss an diesem Mittwochnachmittag eine Weile warten. Zuerst sind die Hausaufgaben an der Reihe. Während die kleineren Jungen und Mädchen mit Legosteinen bauen oder sich auf dem Bauteppich tummeln, hat er sich in eine Ecke zurückgezogen und löst Matheaufgaben. Seine Mama sitzt direkt neben dem Grundschüler und achtet darauf, dass er sorgfältig arbeitet.

Die anderen Mütter haben an einem großen Tisch Platz genommen. Ihre spielenden Kinder im Blick, trinken sie gemeinsam Kaffee oder Tee und plaudern miteinander. Einige kannten sich bereits in ihrem Herkunftsland, andere haben hier neue Kontakte zu Landsleuten geknüpft. „Diese Gruppe“, weiß Beate Arndt, „ist auch für die Eltern ein willkommener Treffpunkt, um sich auszutauschen.“

Das Spiel mit Legosteinen gehört für viele Kinder in der Gruppe zum festen Programm.

Das Spiel mit Legosteinen gehört für viele Kinder in der Gruppe zum festen Programm. Foto: Irmgard Tappe

Achmed hat inzwischen seine Hausaufgaben erledigt und nun endlich Zeit zum Spielen. Noch eine knappe Stunde, dann ist der Gruppennachmittag zu Ende. „Zum Abschluss singen wir immer gemeinsam ein deutsches Lied. Das schult gleichzeitig auf spielerische Art die Sprache“, sagt Christa Fontein. Alle Kinder bilden nun einen Sitzkreis und singen aus voller Kehle „Dreh dich, kleiner Kreisel“.

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Die Eltern-Kind-Spielgruppe findet zwei Mal wöchentlich im Obergeschoss des ehemaligen DRK-Zentrums statt. Und zwar jeden Mittwoch und Freitag von 15 bis 17 Uhr. Das Angebot richtet sich an Flüchtlingskinder und deren Eltern.   | www.miteinander-ochtrup.de

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