VdK-Sprechstunde
Immer mit Blick auf den Menschen

Ochtrup -

In der VdK-Sprechstunde geht es um abgewiesene Rentenbescheide, Beantragen von Reha-Maßnahmen oder die Anerkennung von Berufskrankheiten. Josef Kerssen hat dabei als Rechtsberater auch immer den Menschen im Blick.

Samstag, 13.01.2018, 12:01 Uhr

Mit verschiedensten Problemen kommen die Menschen in die VdK-Sprechstunde von Rechtsberater Josef Kerssen (l.). „Das betrifft durchaus auch jüngere Menschen“, weiß Bernd Ahlmann, Vorsitzender des Ortsvereins.
Mit verschiedensten Problemen kommen die Menschen in die VdK-Sprechstunde von Rechtsberater Josef Kerssen (l.). „Das betrifft durchaus auch jüngere Menschen“, weiß Bernd Ahlmann, Vorsitzender des Ortsvereins. Foto: Anne Steven

Die Sorgen, mit denen die Menschen zu Josef Kerssen kommen, sind so verschieden wie sie selbst. Der Rechtsberater des Sozialverbandes VdK bietet seine Dienste jeden zweiten Donnerstag im Monat im Rahmen einer Sprechstunde im Rathaus II an.

Die Stadt Ochtrup stellt die Räume für diese Beratung kostenlos zur Verfügung. An diesem Donnerstagmorgen ist die Schlange der Wartenden lang. „Etwa 25 bis 35 Leute sind es jedes Mal“, berichtet Josef Kerssen. Eigentlich dauert seine Sprechstunde nur von 9 bis 12 Uhr, doch in der Regel sei er immer länger da. „Es wird niemand abgewiesen“, betont der 62-jährige Vorruheständler, der 40 Jahre lang bei einer Krankenkasse tätig war. Schließlich habe er es in der Sprechstunde mit Menschen zu tun, die Probleme hätten und Hilfe brauchen.

„Wir beraten zum Schwerbehindertengesetz, zu den gesetzlichen Sozialversicherungen und vertreten die Leute auch vor den Sozialeinrichtungen“, gewährt der Rechtsberater Einblick in seine Tätigkeit.

Wer in seine Sprechstunde kommt, muss nicht zwingend Mitglied im Sozialverband VdK sein. „Erst, wenn wir tätig werden, müssen wir die Mitgliedschaft nachweisen“, stellt Josef Kerssen klar. „Der Gesetzgeber verlangt, dass eine Person mindestens drei Monate Mitglied sein muss, ehe der VdK für sie tätig werden darf“, ergänzt der Vorsitzende des VdK-Ortsvereins, Bernd Ahlmann . Nur in besonders schweren Fällen gebe es Ausnahmen.

Eine Mitgliedschaft im Sozialverband kostet für jedes Mitglied gleich viel. „Fünf Euro pro Monat“, berichtet der Vorsitzende. Insgesamt sind es derzeit stolze 750 Mitglieder. Und wer denkt, in dem Sozialverband seien nur alte Menschen vertreten, der irrt. „Unser jüngstes Mitglied ist dreieinhalb, das älteste 96 Jahre alt“, gibt Bernd Ahlmann einen Überblick.

Die bunt gemischte Altersstruktur spiegelt gut die Probleme wider, die die Menschen beschäftigen und in die VdK-Sprechstunde kommen lässt. Denn längst geht es nicht nur um abgewiesene Rentenbescheide. In der Sprechstunde kommen Probleme beim Durchsetzen einer Schwerbehinderung und hier besonders die Prozentzahl auf den Tisch. Außerdem bespricht der Rechtsberater Probleme beim Beantragen einer Reha-Maßnahme, die Anerkennung von Berufskrankheiten oder Unfallfolgen und eben auch allgemeine Leistungen der Kranken- und Pflegekassen. „Das betrifft durchaus auch jüngere Menschen“, weiß Bernd Ahlmann. Josef Kerssen muss nach solch einer Sprechstunde manchmal darüber nachdenken, ob das alles immer so gerecht sei. „Manchmal sind Entscheidungen einfach nicht nachvollziehbar“, ärgert er sich. Doch der Rechtsberater weiß auch, dass die Behörden in der Regel nach Aktenlage entscheiden. „Ich sehe die Menschen“, nennt er den entscheidenden Unterschied.

Oft gehe es einfach darum, bei einem ablehnenden Bescheid rechtzeitig Widerspruch einzulegen. Und gegebenenfalls übernimmt der Sozialverband auch eine Klage vor dem Sozialgericht. „Da gehört die Einreichung der Klage, die entsprechende Begründung und die Vertretung vor Gericht dazu. Das übernimmt dann unsere Rechtsabteilung“, beschreibt Josef Kerssen das Prozedere.

Die Erfolgsquote sei gut, betont Bernd Ahlmann. Sie liege bei gut 90 Prozent. Doch ihm und dem Rechtsberater ist wichtig zu betonen: Es geht nicht gegen eine Einrichtung oder Behörde, sondern darum, dass jemand das Recht, das ihm zusteht, auch bekommt. „Zaubern können wir natürlich auch nicht. Aber wir können Dinge in die richtige Richtung stoßen“, stellt Josef Kerssen klar.

Zum Thema

Die Rechtsberatung bietet der Sozialverband VdK in seiner Kreisgeschäftsstelle in Ibbenbüren, aber auch in Ochtrup, Rheine und Emsdetten an.

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