Taxifahrer vor Gericht
Führerscheinsperre und Geldstrafe

Ochtrup/Steinfurt -

Ganz neu aufgerollt wurde am Dienstag ein Strafverfahren, das bereits vor gut zwei Wochen vor dem Amtsgericht Steinfurt verhandelt wurde, seinerzeit aber wegen eines fehlenden Zeugen nicht abgeschlossen werden konnte (wir berichteten).

Mittwoch, 07.02.2018, 20:02 Uhr

Ein Taxifahrer stand am Dienstag vor Gericht.
Ein Taxifahrer stand am Dienstag vor Gericht. Foto: dpa

Angeklagt war ein 51-jähriger Taxifahrer aus Münster, der im September des vergangenen Jahres auf dem Platanenweg einen Unfall mit erheblichen Sachschaden an einem Stromverteilerkasten verursacht und sich unerlaubt von der Unfallstelle entfernt hatte.

Der Angeklagte blieb bei seiner bereits in der ersten Verhandlung geäußerten Aussage, er habe beim Zurücksetzen einen Widerstand gespürt und dieses für einen Bordstein gehalten. Der Richter hielt dem Unfallverursacher vor, Fahrerflucht begangenen zu haben, zumal deutlich erkennbar an dieser Straße kein Bordstein vorhanden sei. „Der Widerstand hätte auch ein Kind sein können“, so die Vorhaltung des Richters. Daher sei das unerlaubte Wegfahren vom Unfallort ein unverantwortliches Verhalten gewesen.

Der geladene Zeuge, der mit zwei Kollegen eines Gartenbaubetriebes hinter einem Wohnhaus mit Gartenarbeiten beschäftigt war, sagte aus, dass ein lauter Knall und das Scheppern von Metall und Plastik zu hören gewesen sei. In der Annahme, dass jemand gegen den Bulli des Gartenbaubetriebes gefahren sein könnte, liefen sie vor das Haus und sahen ein Taxi mit geöffneter Tür am beschädigten Verteilerkasten stehen. Unmittelbar darauf habe sich das Unfallfahrzeug entfernt. Um nicht in den Verdacht zu geraten, der Verteilerkasten sei vom Fahrzeug des Gartenbaubetriebes demoliert worden, hätten sie sich das Kennzeichen gemerkt und die Polizei verständigt.

Die Staatsanwältin hielt dem Angeklagten in ihrem Plädoyer zugute, dass er bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war und auch im Verkehrszentralregister keine Eintragungen verzeichnet waren. Daher plädierte sie auf eine zweimonatige Führerscheinsperre sowie eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je zehn Euro. Bei einer Schadenshöhe von mehr als 2200 Euro sei es üblich, die Fahrerlaubnis für mindestens sechs Monate einzuziehen, was eine erneute Fahrprüfung zur Folge habe. Der Richter folgte dem Antrag der Anklagevertretung und verurteilte den Angeklagten entsprechend.

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