Wie eine Hundedame ihre Familie veräppelte
„Wo steckt eigentlich Lotte?“

Ochtrup -

Eigentlich ist Lotte ein braves Haustier. Doch die zwölfjährige Labradorhündin hat es faustdick hinter den unschuldigen Schlappohren. Am vergangenen Wochenende veräppelte sie ihre Familie, aber so richtig.

Mittwoch, 16.05.2018, 15:05 Uhr

Können diese Augen lügen? Doch der Eindruck täuscht. Labradordame Lotte hat es faustdick hinter den Schlappohren.
Können diese Augen lügen? Doch der Eindruck täuscht. Labradordame Lotte hat es faustdick hinter den Schlappohren. Foto: mfa

Wo steckt eigentlich Lotte? Diese Frage stellte sich eine Ochtruper Familie am Sonntag. Das ganze Haus wurde nach der blonden Labradordame abgesucht. Jedoch: Fehlanzeige. Nicht einmal das Klappern mit dem Fressnapf ließ die zwölfjährige Hündin in Erscheinung treten. War sie tatsächlich ausgebüxt? „Eigentlich nicht ihr Stil . . .“, kommentierte Herrchen. Doch die in der jüngsten Vergangenheit aufgetretenen dementen Phasen seiner treuen Begleiterin, mit dem Drang auf eigene Pfote die Gegend zu erkunden, ließen ihn ins Grübeln kommen. War das Tier etwa doch alleine unterwegs?

Glücklicherweise ist so eine Tiersuche in der heutigen Zeit – sozialen Netzwerken und digitaler Kommunikation sei Dank – überhaupt kein Problem mehr. Alle Nachbarn, Freunde, Verwandten und Kollegen wurden in Kenntnis gesetzt und versprachen prompt, die Augen offen zu halten. Und selbst die bereits erwachsenen Kinder reisten an, um sich dem Suchtrupp anzuschließen und Lotte wieder in den Schoß der Familie zu führen. Mehr als sieben Stunden blieb der Hund verschwunden.

Die Familie hatte die Hoffnung bereits aufgegeben. Und Lottes Herrchen? Das war zur Schreibtischarbeit in die oberen Stockwerke des Hauses gestiegen. Wie er so dasaß und die Tasten malträtierte, da drang ein Geräusch an sein Ohr: Wuff!

Wollen Sie wissen, wo sich die demente Hundedame in den vergangenen Stunden aufgehalten hatte? Ihr Herrchen kam gerade noch dazu, wie Lotte unter dem Bett von Herrchen und Frauchen hervorkrabbelte. Ganz hinten, hinter den Bettkästen musste das Tier gehockt haben. Warum? Tja, das wird wohl Lottes Geheimnis bleiben. Sie scheint aber keineswegs beleidigt oder sonst wie verstimmt gewesen zu sein, denn sie begrüßte ihr Herrchen fröhlich und schwanzwedelnd. Zack, verarscht, sagt man da wohl!

Doch die Erleichterung bei der Familie überwog eindeutig den Ärger. Sie war einfach nur froh, die alte Hundedame wieder daheim zu haben. Die Familie taufte das offenbar zu Scherzen aufgelegte Tier kurzerhand in Grotte um und war in den folgenden Tagen zunächst einmal damit beschäftigt, bei allen zuvor Angeschriebenen und Informierten Entwarnung zu geben: Lotte ist wieder da.

Ach so, die Töchter des Hausherrn haben das verwirrte Tier nun übrigens digitalisiert. Lotte („unsere verrückte Nudel“) bekommt einen GPS-Tracker, damit die Besitzer sie bei künftigen Ausflügen schneller finden können. Eine mögliche Ortung könnte jetzt nur noch am Akku scheitern . . .

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