Ochtruper muss nach Raub in Haft
Zeuge identifiziert 25-Jährigen

Ochtrup/Steinfurt/Rheine -

Erst verlor ein 25-jähriger Freiberufler aus Ochtrup in einem Wettbüro in Steinfurt innerhalb von 16 Tagen 1751 Euro. Jüngst landete er wegen Inverkehrbringens von Falschgeld und Raubes in Rheine vor dem Schöffengericht. Er wurde zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und vier Monaten ohne Bewährung verurteilt. Vorbestraft war er nicht.

Donnerstag, 17.05.2018, 08:05 Uhr

Symbolbild 
Symbolbild  Foto: dpa

Zum Tathergang: Zunächst soll der Angeklagte und Stammkunde dem Angestellten in dem Wettbüro am 21. November 2016 gegen 22 Uhr einen falschen Fünfziger als Trinkgeld gegeben haben, weil er einen höheren Gewinn erwarte. Der 27-jährige Mitarbeiter stellte fest, dass der Schein gefälscht war. Daraufhin soll der Ochtruper ihn gebeten haben, zu warten, weil er den Schein in einem Supermarkt in der Nähe bekommen habe und ihn dort reklamieren wolle. Der Zeuge berichtete: „Kurze Zeit später kam er mit einem Schal vermummt zurück und sagte: ‚Das ist ein Überfall.’“ Dabei hätte er eine Hand in der Tasche gehalten, als hielte er dort eine Waffe bereit. Zuerst vermutete der Mitarbeiter einen Scherz, „aber als er zu mir hinter die Theke kam und mir auf den Arm schlug, habe ich gemerkt, dass es ihm ernst war“. Der Angestellte sagte aus, den Alarmknopf unter der Kasse betätigt und dem Räuber das Geld aus der Tages- und Reservekasse ausgehändigt zu haben – insgesamt 4140 Euro, die dem Angeklagten mit dem Urteil als Wertersatz zur Zahlung auferlegt wurden. Der Mitarbeiter war sich absolut sicher, dass der Angeklagte der Täter war. Nach dem Überfall lief der Mitarbeiter zu einem Gastwirt nach nebenan. Die Polizei traf circa 50 Minuten später ein. Der Angestellte war davon ausgegangen, mit dem Alarmknopf auch die Beamten gerufen zu haben. Videoaufzeichnungen gab es nicht.

Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt, weil die Aussage des Geschädigten zu klar sei, um glaubhaft zu sein. Das sahen Staatsanwaltschaft und Gericht anders: „Der Zeuge hat nachvollziehbar den Tathergang beschrieben und war sehr glaubwürdig“, sagte die Staatsanwältin. Das Gericht folgte ihrem Antrag. Auf die Frage der Richtern, woher das Wettgeld stammte, erklärte der Angeklagte, es seien Einnahmen aus der Selbstständigkeit. Heute lebe er von „Mutti“ und dem Familienbetrieb in Nordwalde.

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