Prozess gegen 25-Jährigen
Mit gestohlenem Rad zum Bahnhof gefahren

Ochtrup -

Eine erst im April vom Amtsgericht Ahaus verhängte Bewährungsstrafe, die dem Amtsgericht Steinfurt noch nicht bekannt war, führte am Donnerstag dazu, dass der Prozess in einem Strafverfahren ganz neu angesetzt werden muss. Verhandelt wurde gegen einen 25-jährigen Mann aus Steinfurt, den die Staatsanwaltschaft wegen des Diebstahls eines Fahrrades in Ochtrup angeklagt hatte.

Donnerstag, 17.05.2018, 20:05 Uhr

Vor Gericht stand ein 25-jähriger Mann aus Steinfurt, dem vorgeworfen wurde, in Ochtrup ein Fahrrad gestohlen zu haben.
Vor Gericht stand ein 25-jähriger Mann aus Steinfurt, dem vorgeworfen wurde, in Ochtrup ein Fahrrad gestohlen zu haben. Foto: Jürgen Peperhowe

Danach hatte der Angeklagte an einem Drogeriemarkt an der Bahnhofstraße ein unverschlossenes Fahrrad entwendet, um noch rechtzeitig vor Abfahrt des Zuges zum Bahnhof zu kommen. Das Rad wollte er nach eigener Aussage am Bahnhof stehen lassen.

Die Besitzerin des Rads, die als Geschädigte geladen war, sagte aus, dass sie den Diebstahl unverzüglich bei der Ochtruper Polizeiwache angezeigt habe. Wie die beiden Polizeibeamten in ihrer Zeugenaussage berichteten, fuhren sie mit der Geschädigten mehrere Brennpunkte in Sachen Fahrraddiebstähle an, zu denen auch der Ochtruper Bahnhof gehöre. Dort trafen sie den Angeklagten an, der das Fahrrad in Richtung Metelener Straße schob. Diesen Sachverhalt räumte der Angeklagte ein und entschuldigte sich bei der Geschädigten, die die Entschuldigung im Gerichtssaal annahm, zumal das Rad unbeschädigt war.

Der Bewährungshelfer des Angeklagten informierte das Gericht über zwei Freiheitsstrafen von vier Monaten und 18 Monaten, die beide zur Bewährung ausgesetzt waren. Der Staatsanwalt plädierte, auch wegen des umfangreichen Strafregisters und einschlägigen Bewährungsversagens, für eine Gesamtfreiheitsstrafe, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Da bei einem solchen möglichen Urteil auch die offenen Bewährungen in das Strafmaß mit einbezogen würden, schreibt das Strafgesetzbuch vor, dass der Angeklagte einen Pflichtverteidiger bekommen müsse. Auf Antrag einer anwesenden Anwältin, die die Pflichtverteidigung übernehmen soll, wird die Verhandlung neu angesetzt. Vorher sei ihr Akteneinsicht zu gewähren und in der Verhandlung dem Angeklagten ein Dolmetscher für die arabische Sprache an die Seite zu stellen.

Der Vorsitzende Richter wird einen neuen Verhandlungstermin ansetzen.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5746677?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Stadtförster sehnt sich nach Regen
Pulvertrocken sind zurzeit die Böden in Münster. Bewässern gehört für Gartenbesitzer zur Tagesordnung.
Nachrichten-Ticker