Spiele der deutschen Elf werden in den Kneipen übertragen
Fußballfans schauen in die Röhre

Ochtrup -

Die Fußball-WM steht unmittelbar bevor. Ein Public Viewing wie in der Vergangenheit in der Bültstraße ist allerdings nicht geplant. Doch es gibt Alternativen und die Hoffnung auf ein spontanes Rudelgucken beim Endspiel – zumindest, wenn die deutsche Elf bis dahin im Turnier bleibt.

Mittwoch, 06.06.2018, 06:00 Uhr

Ein Rudelgucken wie es bei vergangenen Welt- und Europameisterschaften zum Beispiel auf der Bültstraße stattfand, wird es in Ochtrup diesmal nicht geben.
Ein Rudelgucken wie es bei vergangenen Welt- und Europameisterschaften zum Beispiel auf der Bültstraße stattfand, wird es in Ochtrup diesmal nicht geben. Foto: Martin Schlak

Fähnchen, Trikots und Schals liegen bereit: Viele Fans fiebern schon dem Start der Fußball-WM in Russland entgegen. Doch auf das Gemeinschaftserlebnis beim Rudelgucken müssen die Ochtruper in diesem Jahr verzichten. Ein großes Public Viewing, wie einst in der Weiner, an der Bültstraße, am Langenhorster Bahnhof oder im Bergfreibad, ist nämlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant.

„Wir hatten das mal angedacht“, berichtet Robert Ohlemüller von den Stadtwerken, die für das Freibad verantwortlich zeichnen. Doch mit Blick auf die zu erfüllenden Vorschriften sei ein Rudelgucken am Beckenrand „nicht tragbar“.

Auch bei der Stadt Och­trup seien bislang keine Anfragen für ein Rudelgucken eingegangen, betont Bürgermeister Kai Hutzenlaub im Gespräch mit dieser Zeitung. Grundsätzlich spräche aber nichts gegen eine solche Großveranstaltung. „Es muss sich nur einer finden, der sagt, ich mach’s.“

Gerade der neugestaltete Kirchplatz böte beste Voraussetzungen, findet der Bürgermeister. Er persönlich geht aber davon aus, dass sich ein Public Viewing in Ochtrup erst lohnt, wenn die deutsche Elf ins Finale kommen sollte. „Heute hat ja jeder schon ein eigenes kleines Fernsehstudio zu Hause“, weiß Hutzenalub, dass die Ansprüche, was Technik und Bildqualität angehen, mittlerweile hoch sind.

Doch auch, wenn in Och­trup keine Großveranstaltung geplant ist: Alternativen zum WM-Schauen im heimischen Wohnzimmer gibt es allemal. Viele Gaststätten in der Töpferstadt zeigen die Spiele auf Fernsehern oder Leinwänden – und manche werben auch mit besonderen Aktionen.

Freiluftgucken in Welbergen

Bei Sandmann in Welbergen zum Beispiel sind die Begegnungen der deutschen Nationalelf auf einem 75-Zoll-Bildschirm an der frischen Luft im Biergarten zu sehen – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Drinnen stehen ansonsten vier weitere Monitore bereit. Und zur Halbzeit lockt die Familie Niehuesbernd mit Stadionwurst.

Besondere Aktionen bei Bücker

Besondere Aktionen will sich unter anderen auch Hermann Bücker einfallen lassen. Der Ochtruper Wirt ist gespannt, was die Vorrunde wohl bringt – „einige Anstoßzeiten sind ja sehr früh“ – und wie weit die deutsche Elf kommt. Er glaubt aber an den Charme des Fußballschauens im kleineren Rudel in der Kneipe. „Das große Public Viewing ist vielleicht gar nicht mehr so ‚in‘“, vermutet Bücker. Eine Großveranstaltung wäre seiner Einschätzung nach auch nur zu stemmen, „wenn sich einige zusammentun“. Schon alleine wegen der zu erfüllenden Auflagen.

Alle Spiele im Paddys

Die Vorrunde entspannt auf sich zukommen lassen will auch Andy Roche. Dem Wirt von „Paddy‘s Irish Pub“ beschäftigen ebenfalls die mitunter frühen Anstoßzeiten: „Es ist draußen noch zu hell, um ein wirklich gutes Bild zu haben.“ Drinnen werden die Spiele aber auf jeden Fall über die Bildschirme flimmern. „Und dann mal schauen, wie weit die deutsche Mannschaft kommt. Irland ist ja sowieso nicht dabei . . .“

Ein Funke Hoffnung fürs Endspiel

Michaela Ammertmann von Kock‘s Wirtshaus will erst einmal abwarten, wie weit es Jogis Jungs schaffen. Ein öffentliches Rudelgucken im Freien zu organisieren, sei ihr mit Blick auf die zu erfüllenden Auflagen, die Kosten und das Wetter-Risiko einfach „zu gewagt“ gewesen. Sämtliche Spiele der deutschen Mannschaft werden in Kock´s Wirtshaus aber auf jeden Fall übertragen. „Wir haben eine Großleinwand und einen Fernseher und werden alle Deutschland-Spiele zeigen“, verspricht die Wirtin. Auch die anderen Begegnungen der Weltmeisterschaft werden in der Gaststätte übertragen – sofern sie zu den Öffnungszeiten stattfinden. Für die Spiele der deutschen Elf lässt Ammertmann sogar, falls notwendig, ihren dienstäglichen Ruhetag ausfallen. Und, wer weiß: „Wenn Deutschland ins Finale kommt, vielleicht ergibt sich ja noch etwas . . .“, lässt Michaela Ammertmann den Ochtrupern zumindest einen Funken Hoffnung auf ein Public Viewing zum WM-Finale.

Fußball im Freiraum

Junge Fußballfans haben in jedem Fall im Jugendcafé Freiraum die Möglichkeit, in etwas größerer Runde vor dem Fernseher den Wettbewerb um den Pokal zu verfolgen. „Im Rahmen der Öffnungszeiten“, sagt Jörg Eßlage. Auch der Leiter des Jugendcafés will abwarten, wie groß das Interesse an den Spielen ist, und gegebenenfalls darauf reagieren.

Und wer auf das rollende Leder gut und gerne verzichten kann und lieber in aller Ruhe sein Bierchen trinkt, ist zum Beispiel an der Felsenmühle richtig. „Mit Fußball“, sagt Wirtin Marion Stücken, „haben wir gar nichts am Hut . . .“

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