Aus dem Nachtleben eines Berichterstatters ...
Platzverweis ohne Gelbe Karte

Ochtrup -

Zu Fuß über die Autobahn – das ist verboten und zudem äußerst gefährlich. Dann wird die Polizei zu recht mehr als nur ärgerlich. Zum Glück ist der Betroffene einsichtig.

Mittwoch, 11.07.2018, 11:32 Uhr

Quer über die Autobahn? Da sah der Beamte zurecht Rot.
Quer über die Autobahn? Da sah der Beamte zurecht Rot.

Es gibt so Tage und Nächte im Leben eines Berichterstatters, da sollte man sich erst gar nicht hinlegen – oder sofort liegenbleiben. Nach wiggeligem Wochenende mit Festakt, Feiern und Fortissimo-Musik meldete sich am Sonntagabend auch noch die Einsatzleitstelle in Rheine und wies auf einen Pkw-Brand auf der Autobahn hin. Es muss ein Konzentrationsloch gewesen sein, in das der Zeilenmann tappte, denn er fuhr in Richtung Emden auf die A31. Die Erkenntnis kam spät und ihm sozusagen auf der anderen Seite entgegen. Die Feuerwehr war mit Löscharbeiten in Fahrtrichtung Oberhausen beschäftigt und der Verkehrsstau schon lang.Also etwas unbedacht den Wagen auf dem nächstliegenden Parkplatz abgestellt, nur leichtes Gerät wegen des erhöhten Eigengewichts geschultert und brav hinter der Leitplanke zurück zum verrauchten Tatort.

Die „bläcken Föös“ in offenen Sandalen ließen jeden strohtrockenen Grashalm, jegliches daniederliegende Dornengestrüpp und jede fiese Distel zum Wachmacher mutierten. Und dann mit hochrotem Kopf und gelb-flatternder Warnweste über die Leitplanke. Und beim Aufblicken blickte der Wanderer dort in einen anderen roten Kopf. Und diese Farbe war amtlichen und verkehrserzieherischen Gründen geschuldet. Der besorgte Ordnungshüter stellte den Zeitungsmann aber sowas von in den Senkel, dass es eine Art war und – völlig zurecht! Platzverweis ohne vorherige Gelbe Karte. Nach einer Weile kam der Polizist zurück, ließ Fotos machen und Informationen fließen, verbot aber unter der absolut richtigen Androhung von erheblichen Strafmaßnahmen den Rückweg zum Zeitungseinsatzauto. Die in der Nähe befindlichen Feuerwehrleute feixten vor nachvollziehbarem Vergnügen und demonstrierten einschlägige Marschbewegungen. Wer solche Freunde hat . . .

Aber richtig genug, in den Löschfahrzeugen war kein Platz mehr in der roten Herberge. Andererseits: Die Nacht büßend am Rande der Autobahn abzuhängen, war auch nicht der Hit.

Also trabte der Mann mit gesenktem Haupt zum Einsatzleitwagen. Deren Besatzung diskutierte den Fall. Dann zog der Zeitungsmann seinen Joker und bot an, die Besatzung mit in sein Abendgebet einzuschließen. Das saß – und machte die Mitfahrt auf dem „Arme-Sünder-Bänkchen“ möglich.

Angeschnallt und fest verzurrt, aber gottlob ohne die schweißtreibende Schutzkleidung und ohne Helm wurde der Fall mit zur Feuerwache gekarrt. Mit immer noch gesenktem Haupt saß der fotografierende Schreiberling da, dachte über seine Sünden still und artig nach, neben ihm der in den Dienstwagen eingebaute Druckerturm, der still und vielleicht sogar mitleidend vor sich hinsurrte. Ganz anders die Begrüßung am Spritzenhaus durch die Löschzugmannschaft. Aus der Menge der bemerkenswerten Sprüche könnte man eine ganze Zeitungsseite locker füllen  . . .

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