La Vida
„Der Bedarf ist enorm“

Ochtrup -

Das Ochtruper Unternehmen La Vida möchte auf dem Grundstück des DRK am Gausebrink ein Seniorenheim bauen. Die Verantwortlichen berichten von ihren Plänen.

Samstag, 11.08.2018, 15:00 Uhr

Der Neubau an der Mühlenstraße – Sitz der La Vida Pflegepartner GmbH.
Der Neubau an der Mühlenstraße – Sitz der La Vida Pflegepartner GmbH. Foto: Anne Spill

Das Ochtruper Unternehmen La Vida plant bereits länger, ein neues Pflegeheim in der Heimatstadt zu errichten. „Wir suchen schon eine Weile nach einem passenden Grundstück“, berichten die Gesellschafter Michael Heilen und Heinz-Gerd Feseker.

Die Lage neben dem DRK- Familienzentrum am Gausebrink halten die Unternehmer für ideal. „Ein Pflegeheim mitten in der Innenstadt, das wäre absolut unglücklich“, positioniert sich Heilen klar mit Blick auf den Besuchsverkehr und logistische Herausforderungen wie Wäscherei-Transporte oder die Anlieferung von Lebensmitteln.

Am Gausebrink soll ein Haus mit 60, optional 80 Plätzen entstehen, informiert Heilen. Vorgesehen seien ausschließlich Einzelzimmer. Betreiben möchte La Vida die Einrichtung selbst – mit der neuen Pflegepartner GmbH, die an der Ochtruper Mühlenstraße ihren Sitz hat (damit agiert La Vida nun als Investor, Bauträger und Betreiber). Das Investitionsvolumen beträgt laut Heilen ungefähr elf Millionen Euro.

„Der Bedarf ist enorm“, ist sich der La-Vida-Chef sicher. „Man unterschätzt, was da mit den geburtenstarken Jahrgängen auf uns zukommt“, bestätigt Siegfried Bergmann, Geschäftsführer der neuen Pflegedienst-Sparte. Er verweist auf die „Tendenz zur Individualisierung“: Viele ältere Menschen lebten heute als Singles, hätten keine Kinder, die im selben Ort leben. „Da ist niemand im Hintergrund, der sich um die Langzeitpflege kümmert“, sagt Bergmann.

Zuversichtlich ist er auch, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden – rund 70 bis 80 Arbeitsplätze könnten mit einem Neubau in Och­trup entstehen, vom Hausmeister bis zur Betreuungsfachkraft. „Natürlich ist das nicht einfach“, gibt Siegfried Bergmann zu. „Gute Personalkonzepte sind entscheidend.“ La Vida wolle auch ausgebildete, Deutsch sprechende EU-Ausländer anwerben, die langfristig bleiben und „zum festen Bestandteil einer Gemeinde werden“ sollen. Die Quote werde aber 25 Prozent nicht überschreiten.

Der Verknüpfung von Seniorenheim und Kindergarten steht auch Bergmann positiv entgegen. „Beide Seiten lernen voneinander“, weiß er. Das Altern werde für Kinder zum Beispiel zu etwas Selbstverständlichem. „Man kann da auch Ängste abbauen.“ Wie sich das Miteinander inhaltlich-konzeptuell umsetzen ließe, müsse man gemeinsam mit den Pädagogen erarbeiten. „Die Kommunikation beider Berufsfelder untereinander ist wichtig.“ Sicherlich gebe es auch Grenzen, was die Verquickung angehe, wissen die La-Vida-Macher. Ein Stichwort etwa ist das Risiko der Verbreitung von Infektionskrankheiten. Grundsätzlich sei die Kooperation aber eine „interessante Herausforderung“, findet Siegfried Bergmann. Er ist sich sicher: „Das kann beiden Seiten wirklich Spaß machen.“

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