Fr., 02.12.2016

Adventsserie Abgesperrt ist abgesperrt, oder?!

Absperrungen der Freiwilligen Feuerwehr – auf unserem Bild haben Gerätewart Stefan Nienhues (l.) und der Sicherheitsbeauftragte Marco Elling symbolisch Pylone aufgestellt und Absperrband gespannt – werden oft missachtet.

Absperrungen der Freiwilligen Feuerwehr – auf unserem Bild haben Gerätewart Stefan Nienhues (l.) und der Sicherheitsbeauftragte Marco Elling symbolisch Pylone aufgestellt und Absperrband gespannt – werden oft missachtet. Foto: Anne Steven

Ochtrup - 

Jeden Morgen ein Kläppchen: Wie bei einem Adventskalender öffnet das Tageblatt in der Vorweihnachtszeit täglich eine Tür – und das ganz buchstäblich. Die Redaktion schaut für ihre Leser hinter Pforten, die selten oder nie für Besucher geöffnet werden, und erzählt die Geschichten dahinter. So viel sei schon mal verraten: Bei der Recherche gab es einige Überraschungen... Und nun viel Vergnügen mit Folge zwei – und einen schönen Advent

Von Anne Steven

Sirenen heulen, Blaulicht blinkt, Rettungsfahrzeuge preschen heran. Die meisten Menschen versuchen solche Szenarien zu meiden. Doch manch einer fühlt sich vom Blaulicht geradezu magische angezogen. Die Neugierde überwiegt und schon ist das Handy gezückt, ein Filmchen gedreht.

Dass diese Schaulustigen die Rettungskräfte in ihrer Arbeit behindern, ist vielen oft nicht bewusst. „Manchmal muss eine Tür auch verschlossen bleiben“, findet der stellvertretende Leiter der Ochtruper Feuerwehr, Jörg Veldermann. Er und seine Kameraden öffnen für unsere Adventsserie also keine Tür, sondern möchten vielmehr Menschen, darauf aufmerksam machen, dass eine Absperrung bei einem Feuerwehreinsatz ihre Berechtigung hat. Doch nicht selten kommt es vor, dass Absperrbänder und Pylone einfach ignoriert werden.

Nicht selten mit schwerem Gerät retten die Mitglieder Freiwilligen Feuerwehr Unfallopfer aus ihren zerstörten Autos.

Nicht selten mit schwerem Gerät retten die Mitglieder Freiwilligen Feuerwehr Unfallopfer aus ihren zerstörten Autos. Foto: Anne Steven

Mangelndes Gefahrenbewusstsein

Jüngst passierte das bei einem Einsatz in der Weinerstraße. Dort war vor einiger Zeit ein Mann während einer Wohnungsdurchsuchung der Polizei auf das Dach eines Haus geflüchtet und warf mit Dachpfannen (wir berichteten). Die Feuerwehr sperrte die Straße ab. „Das hat viele Passanten aber nicht davon abgehalten, trotzdem einfach dort durchzulaufen“, ärgert sich Veldermann über das fehlende Gefahrenbewusstsein.

Auch auf der Autobahn, wenn die Feuerwehr zu Unfällen ausrückt, passiere es oft, dass Absperrungen missachtet würden. Das binde Einsatzkräfte, die an anderer Stelle fehlten.

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Man kommt an der Einsatzstelle an, weiß noch nicht genau, was zu tun ist und fühlt als erstes gleich mehrere Kameras auf sich gerichtet.

Jörg Veldermann

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Hinzu käme, dass beim Eintreffen der Feuerwehr oft schon die ersten Handykameras auf die Helfer gerichtet seien. „Man kommt an der Einsatzstelle an, weiß noch nicht genau, was zu tun ist und fühlt als erstes gleich mehrere Kameras auf sich gerichtet“, erzählt Veldermann. Das setzte die Kameraden unter zusätzlichen Druck. Und es ist schließlich nicht so, dass der Stress bei solch einem Einsatz für die Helfer nicht schon groß genüg wäre.

Bei einem Einsatz müssen sich auch die Retter zunächst ein Bild von der Situation machen. Und dann ist ein hohes Maß an Konzentration gefragt. Da müssen alle Eventualitäten bedacht werden, schließlich geht es darum Menschenleben zu retten. „Schaulustige, die zur Seite gebeten werden müssen, stören die Abläufe“, erklärt Veldermann.

Ein Weihnachtswunsch

Wenn er und seine Kollegen einen Weihnachtswunsch frei hätten? Sie würden sich für ihre Einsätze über ein bisschen mehr Zurückhaltung von Seiten der Schaulustigen und ganz besonders über mehr Respekt gegenüber Absperrmaßnahmen freuen. Schließlich geht es nicht nur darum, direkt am Einsatz Beteiligte zu retten, sondern auch andere vor Gefahren zu schützen.

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