Rheine

Do., 14.01.2010

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Bayerische Watschn für die Bauverwaltung

Beim Ausbau der Fürstenberg-Realschule stehen derzeit zwei Ausbauvarianten in der Diskussion.

Rheine. Auf gut bayerisch könnte man sagen: Die Rheiner Bauverwaltung hat sich direkt zu Jahresanfang eine kräftige Watschn eingefangen. Als „den Anforderungen nicht gerecht werdend“ bezeichnete der CDU-Sprecher Hermann-Josef Kohnen in der gemeinsamen Sitzung von Schul- und Bauausschuss eine Vorlage zum Ausbau der Fürstenberg-Realschule. Zur Erinnerung: Das Thema war schon einmal in die Verlängerung gegangen, weil die Politik zusätzliche Informationen über die konkrete Ausgestaltung von zwei Ausbauvarianten verlangt hatte.

„Im Grunde genommen können wir auf dieser Grundlage nicht entscheiden“, meinte Kohnen angesichts zahlreicher offener Fragen bei der Gegenüberstellung der beiden Ausbauvarianten, von denen die eine 3,3 Millionen Euro und die andere 3,8 Millionen Euro kosten soll.

Um das Projekt nicht noch weiter zu verzögern, schlug Kohnen als Kompromissvorschlag vor, dass die Verwaltung bei der teureren, allerdings in einigen Punkt vorteilhaften Variante eine Kostendeckelung auf 3,5 Millionen Euro zu versuchen. „Sollte dies nicht gelingen, käme die zweite, kostengünstigere Variante zu Zuge“, formulierte Kohnen seinen Abänderungsantrag, der einstimmig angenommen wurde.

Zuvor hatte Baudezernent Jan Kuhlmann die Verwaltungsvorlage verteidigt und die geforderte Kostendeckelung als unseriöses Vorgehen bezeichnet. „Man fordert von uns: Wasch mich, aber mach mich nicht nass“, sagte der Beigeordnete. Er betonte, dass beide Ausbauvarianten ihren funktionalen Zweck erfüllten. „Aus städtebaulicher und funktionaler Sicht wäre aber die teurere Variante die wünschenswertere“, sagte Kuhlmann.

An dieser Stelle schaltete sich auch Bürgermeisterin Angelika Kordfelder in die Diskussion ein. Aus ihrer Sicht laufe alles auf die günstigere Variante hinaus. „Bei der derzeit so angespannten Haushaltslage komme ich zu dem Ergebnis: Ein nice to have kann es in den kommenden Jahren nicht geben“, sagte sie und forderte von den Politikern den Mut zu unangenehmen Entscheidungen.


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