Rheine
Mi., 08.04.2009
IG Metall kritisiert Eigentümerfamilien
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Rheine. Schockiert hat die IG Metall Rheine auf die Insolvenz des Automobilbauers Karmann reagiert. Im Mittelpunkt der Kritik der Gewerkschaft steht das Verhalten der Eigentümerfamilien, die die Beschäftigten im Stich gelassen hätten. Jahrelang seien gute Gewinne erzielt worden und die Gesellschafter hätten ein erhebliches Privatvermögen angehäuft. Nun in der Krise überlasse man das Unternehmen sich selbst, stehe nicht zu den Beschäftigten und ihren Familien.
„Wir erleben auch hier einen eiskalten Kapitalismus,von Moral und Verantwortung keine Spur. Schon die Verweigerung einer Abfindungszahlung war für die langjährig Beschäftigten der Osnabrücker Belegschaft ein Schlag ins Gesicht. Mit viel Unmut wurde dennoch grünes Licht für die Einrichtung einer Transfergesellschaft und dem Personalabbau gegeben", heißt es in der Mitteilung.
„Wir waren mit der Geschäftsführung nicht immer einer Meinung, wir haben uns natürlich für die Interessen der Beschäftigten eingesetzt und Vereinbarungen zum Personalabbau, zu Abfindungen und einer Transfergesellschaft getroffen. Aber eine Insolvenz hätte nicht eintreten müssen“, sagte Heinz Pfeffer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Rheine. Die katastrophalen Auswirkungen der Wirtschaftskrise
insbesondere in der Automobilindustrie sowie das Verhalten der Gesellschafter der Wilhelm Karmann GmbH, habe zur Insolvenz
geführt. „Nur durch zusätzliches Kapital der Eigentümerfamilien
wäre eine Insolvenz vermeidbar gewesen“, sagte Pfeffer.
Der jetzige Insolvenzantrag stelle alle Vereinbarungen in Frage. Im August 2008 wurde noch für die rund 900 Beschäftigten in Rheine ein Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart. Er sah Abfindungszahlungen bis zu 55 Prozent eines Brutto-Monatsentgelts pro Beschäftigungsjahr sowie die Bildung einer Transfergesellschaft
vor. Zum 1. April wechselten nun die letzten 140 Mitarbeiter in die Transfergesellschaft, die nach Aussagen des Unternehmens gesichert ist. Abfindungen wurden an diejenigen ausgezahlt, die bereits vor dem
1. April 2009 in die Transfergesellschaft wechselten.
100 Beschäftigte arbeiten weiter im Bereich der Verdeckfertigung. Was aus diesen Arbeitnehmern wird und ob es eine Fortführung gibt, muss nun mit dem Insolvenzverwalter beraten werden. Die IG Metall Rheine fordert den Insolvenzverwalter auf, alles zu unternehmen, um eine Zerschlagung des Unternehmens zu verhindern und Investoren
zu finden, die einen großen Teil der Arbeitsplätze an den Standorten Rheine und Osnabrück sichern.
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