Rheine
Di., 27.07.2010
Rampe für Aussichtsplattform in Rheine-R steht schon
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Rheine. Das Ding sieht aus wie eine riesige Wanderdüne, die sich von Sylt in das neue Gewerbegebiet Rheine-R zwischen Rheine und Hauenhorst verirrt hat. Die „Düne“ ist jedoch eine Rampe für Radfahrer, die auf dem Bahntrassenweg Coesfeld - Rheine unterwegs sind. Auf ihrem höchsten Punkt soll in Kürze eine Aussichtsplattform gebaut werden, die an diesem ohnehin erhöhten Punkt einen hervorragenden Blick über die Landschaft nord-westlich des geplanten Gewerbegebietes erlaubt.
Zurzeit sind Arbeiter mit der Aufschüttung und Befestigung der Rampe beschäftigt. An den Seitenwänden wurden Textilgewebe angebracht, die eine spätere Bepflanzung erlauben. Bis die neue Plattform eingeweiht werden kann, müssen allerdings noch in Abstimmung mit den politischen Gremien Kosten- und Gestaltungsfragen abgeklärt werden. Denn während die Kosten für den Radweg vom Land NRW getragen werden, müssen die Gemeinden für Projekte wie die Aussichtsplattform selbst aufkommen. Die veranschlagten Kosten liegen bei etwa 60000 Euro. Zur Finanzierung stehen Mittel aus der NRW-Stiftung bereit, die jedoch von den Gemeinden beantragt werden müssen.
Der Bahntrassenweg Coesfeld - Rheine, in den Planungen offiziell Alleen-Radweg Coesfeld - Rheine genannt, hat eine Gesamtlänge von 39,7 Kilometern und führt über die Landkreise Coesfeld und Steinfurt durch acht Gemeinden, von Billerbeck über Steinfurt nach Rheine. Der erste Bauabschnitt von Steinfurt nach Rheine wurde 2009 fertiggestellt. Der zweite Bauabschnitt hat im Frühjahr dieses Jahres begonnen und wird 2011 fertig sein.
Der Bahntrassenradweg führt über die ehemalige Schienenstrecke Coesfeld - Steinfurt - Rheine, die Teil der Gesamtstrecke Oberhausen - Wilhelmshaven ist. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts für den Güterverkehr, insbesondere für den Kohletransport aus dem Ruhrgebiet an die Nordseeküste gebaut. Bis 1995 wurde auf der Strecke noch Güterverkehr in geringem Umfang abgewickelt. Der Personenverkehr ist hier bereits 1984 eingestellt worden, da die Strecke zum Teil abseits der Siedlungskerne verläuft und für den öffentlichen Personennahverkehr kaum geeignet ist. Die beteiligten Städte und Gemeinden waren sich jedoch einig darin, die Trasse in ihrem Verlauf für künftige Generationen zu erhalten und als Weg für Radfahrer und Skater auszubauen.
Planung und Ausbau des Radweges liegt in den Händen der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW (BEG). „Wir sind überzeugt, dass der Alleen-Radweg eine optimale Ergänzung des Radwegenetzes im Münsterland sein wird“, sagte Klaus-Dieter Büttner (BEG). Es werde viele Sichtschneisen geben, die Blicke in die reizvolle münsterländische Parklandschaft und auf sehenswerte historische Gebäude erlaubten. Seine besondere Führung und Verkehrssicherheit mache den Radweg vor allem für Familien mit Kindern interessant.
Die Gesamtkosten des Radweges liegen bei 9,4 Millionen Euro. Davon entfallen 1,36 Millionen Euro auf die Grunderwerbskosten, 560000 Euro auf die Planungskosten und 7,5 Millionen Euro auf die reinen Baukosten. Für die Ausgestaltung des Radweges - Beschilderung, Bänke usw. - hat ein Planungsbüro ein Konzept entwickelt, um eine einheitliche Gestaltung zu gewährleisten. Zusätzlich wurden den an der Trasse liegenden Gemeinden Einzelprojekte angeboten - wie die Aussichtsplattform in Rheine.
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