Di., 28.04.2015

Kopfgeld auf die Täter? Hundehasser legen im Kreis Steinfurt Giftköder aus

Mit Glück überstanden die Möpse und Bordeaux-Doggen von Martina Vogelzank die Giftköder-Attacken im Garten des Hauses an der Grevener Straße. in Saerbeck vergiftet.

Mit Glück überstanden die Möpse und Bordeaux-Doggen von Martina Vogelzank die Giftköder-Attacken im Garten des Hauses an der Grevener Straße. in Saerbeck vergiftet. Foto: Alfred Riese

Saerbeck - 

Die Polizei im Kreis Steinfurt warnt vor Gift-Ködern, die irgendwo ausliegen oder sogar in Privat-Gärten geworfen werden. Die Hunde von Martina Vogelzang aus Saerbeck haben knapp überlebt.

Von Peter Beckmann

Martina Vogelzang ist sich sicher, dass die Giftköder auf ihr Grundstück an der Grevener Straße geworfen wurden. „Die Hunde haben hier genug Auslauf und kommen nicht raus.“ Außerdem habe sie bei einem Sichtzaun Beschädigungen bemerkt, die darauf schließen lassen, dass sich dort jemand hinübergelehnt habe. Und sie hat – unbewusst – einen Köder gefunden. „Es passiert häufig, dass Kinder oder andere Passanten mal etwas über den Zaun werfen.“ Und deshalb habe sie sich nichts dabei gedacht, als der Köder – als der er sich später herausstellte – auf dem Grundstück lag. „Ich habe das Ding aufgehoben und in der Biotonne entsorgt.“

Ermittlungen in acht Fällen

Seit Wochen kreisen die Warnungen durchs Internet. Immer wieder wird vor Gift-Ködern gewarnt, die irgendwo ausliegen oder sogar in Privat-Gärten geworfen werden. Ist das nur Hysterie, oder ist da etwas Wahres dran? Der Fall mit vier vergifteten Hunden in Saerbeck wird jedenfalls von der Polizei bestätigt. Zwei Hunde aus Ibbenbüren starben, nachdem sie Giftköder gefressen hatten. Insgesamt ermittelt die Kreispolizeibehörde Steinfurt in acht Fällen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Zeugen, die verdächtige Personen im Bereich der Tatorte gesehen haben, werden gebeten, sich umgehend bei der Polizei unter der Telefonnummer 02551-150 zu melden.

Martina Vogelzang, die in Saerbeck das Geschäft „Tina‘s Futterkiste“ betreibt und privat Bordeaux-Doggen züchtet, hatte am Freitag eine ihrer Hündinnen beobachtet, die am Montag zuvor frisch operiert worden war. „Das Tier verhielt sich merkwürdig, deshalb bin ich mit ihr zum Tierarzt nach Greven gefahren“, erzählt die Züchterin.

Köder mit Rattengift

Und das war ihr Glück. Denn der Arzt nahm der Hündin Blut ab und stellte fest, dass die Blutgerinnung des Tieres schwer gestört war – ein klares Zeichen für eine Vergiftung mit Rattengift. Daraufhin fuhr sie schnell nach Hause und bemerkte bei drei weiteren Hündinnen ähnliche Symptome. Auch hier stellte sich bald heraus, dass auch bei denen eine Vergiftung mit Rattengift vorlag. Zwei der Hündinnen sind inzwischen überm Berg, zwei stehen noch auf der Kippe. „Es war ein glücklicher Zufall, dass ich die Vergiftung rechtzeitig bemerkt habe“, sagte Vogelzang.

Warnung der Polizei

Die Polizei rät allen Hundehaltern: Nehmen Sie ihre Tiere an die Leine. Achten Sie auf mögliche Köder. Achten Sei darauf, was ihr Tier aufnimmt. Sofern Sie bei Ihren Hunden Auffälligkeiten feststellen, sollten Sie möglichst zeitnah einen Tierarzt aufsuchen.

Sie ist sich sicher, dass die Giftköder auf ihr Grundstück an der Grevener Straße geworfen wurden. „Die Hunde haben hier genug Auslauf und kommen nicht raus.“ Außerdem habe sie bei einem Sichtzaun Beschädigungen bemerkt, die darauf schließen lassen, dass sich dort jemand hinübergelehnt habe. Und sie hat – unbewusst – einen Köder gefunden. „Es passiert häufig, dass Kinder oder andere Passanten mal etwas über den Zaun werfen.“ Und deshalb habe sie sich nichts dabei gedacht, als der Köder – als der er sich später herausstellte – auf dem Grundstück lag. „Ich habe das Ding aufgehoben und in der Biotonne entsorgt.“

Abgesehen vom Leid, dass den Tieren angetan wurde, habe sie selbst natürlich auch einen enormen finanziellen Schaden. „Die Tierarztbesuche mit den vier Hündinnen kosten viel Geld.“ Wären die Hündinnen gestorben, wäre der finanzielle Schaden immens gewesen. Denn es waren Zuchttiere. „Da kommt schnell ein sechsstelliger Betrag zusammen.“ Aber Vogelzang ist froh, dass vermutlich alle Hündinnen den Anschlag überstehen. Denn Bordeaux-Doggen sind eine selten Rasse, die viel Geld kosten.

Zwei Möpse und drei Bordeaux-Doggen von Martina Vogelzank: Nala, Mimi, Lore, Berta und vielleicht auch Bübchen wurden Opfer von Giftköder-Attacken.

Zwei Möpse und drei Bordeaux-Doggen von Martina Vogelzank: Nala, Mimi, Lore, Berta und vielleicht auch Bübchen wurden Opfer von Giftköder-Attacken. Foto: Alfred Riese

Aber das scheint nicht der einzige Fall in Saerbeck zu sein. „Eine Kundin von mir ist auch betroffen, deren Hund wurde auch auf dem Privatgrundstück vergiftet.“ Außerdem erzählt Vogelzang von einem Giftköder, der auf einem Spielplatz in Saerbeck gefunden worden sei. Das konnte die Polizei auf Anfrage unserer Zeitung aber nicht bestätigen.

Kopfgeld auf Täter?

Martina Vogezang will dem Treiben der unbekannten Täter in Saerbeck allerdings nicht weiter nur zusehen. „Wir wollen eine Art Kopfgeld zur Ergreifung des oder der Täter aussetzen.“ Das müsse aber noch mit der Polizei abgeklärt werden.

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