Di., 02.09.2008

Saerbeck Uralte Baum-Großväter

Saerbeck. Bewunderer haben der knorrige Nussbaum an der Marktstraße genau wie die uralte Eiche bei Ruhmöller in Sinningen in ihrem langen Leben sicher schon reichlich gesehen. Bewunderer, die die dicken Stämme, starken Äste...

Von Marlies Grüter

Saerbeck . Bewunderer haben der knorrige Nussbaum an der Marktstraße genau wie die uralte Eiche bei Ruhmöller in Sinningen in ihrem langen Leben sicher schon reichlich gesehen. Bewunderer, die die dicken Stämme, starken Äste, ausladenden Kronen und die jahreszeitliche Blätterfärbung bestaunen. Aber, dass sich gleich 35 jener Naturfreunde zusammentun, um ihnen und vielen weiteren ihrer betagten Artgenossen einen vierstündigen Sonntagnachmittagsausflug auf zwei Rädern zu widmen, das ist Nussbaum, Eiche und Co. sicher bislang noch nicht unter die Kronen gekommen.

Ideengeber und fachkundiger Leiter der Fahrradtour zuden „Baumveteranen“ in und um Saerbeck ist Wolfgang Schürmann , Baumbewunderer und –fotograf aus Münster, der mit der Baumtour am vergangenen Sonntag zum letzten Teil seiner Saerbecker Baumtrilogie geladen hatte. Er führte die Gruppe gemeinsam mit Fred Wieneke (Gemeindeverwaltung) zu den unterschiedlichsten Baumstandorten undwusste Interessantes über Baumarten, Alter, Standortbedingungen und Besonderheiten zu berichten.

Erste Station Nussbaum: Auf rund 75 Jahre schätzt Schürmann das Alter des bei Eichhörnchen besonders beliebten Veteranen hinter der Häuserzeile an der Marktstraße, der jahrzehntelang im „Dornröschenschlaf“ in Stapels Garten stand und jetzt stolz jedermann seine Äste entgegenstreckt. Wertvoll und hoch geschätzt ist das Holz der Nussbäume, macht Schürmann deutlich. Wie lebendig der Baum ist, können die Baumtouristen mit Hilfe einer Blätterprobe erriechen.

Weiter geht’s durch die Bachaue mit ihren Kopfweiden am Mühlenbach entlang bis zu Pastors Allee. „Dieses ursprüngliche, so Natur belassene Fleckchen Erde mit dem mäandrierenden Mühlenbachlauf ist ein unschätzbares Kleinod“, gerät Schürmann ins Schwärmen beim Stopp unter den großenBuchen, die sich mit ihren kräftigen Wurzeln an den Hängen festkrallen. „Viele Gemeinden würden sich glücklich schätzen, nah am Ortskern ein solches Naturparadies zu besitzen“, so Schürmann.

Entlang des Emsauenradwegs führt die Baumentdeckungstour weiter Richtung Hembergen – wo die Aufmerksamkeit der großen, Jahrhunderte alten Linde am Friedhof gehört – und Austum bis nach Sinningen: Ein absolutes Muss jeder Exkursion zu Baumveteranen, denn an der 350-jährigen Eiche bei Ruhmöller geht natürlich kein Weg vorbei. Wie dick mag der Stamm sein, an dem – beinahe sinnbildlich für den Zahn der Zeit – ein Pilzgeflecht nagt? Vier Exkursionsteilnehmer mit ausgestreckten Armen braucht’s, um den Stamm zu umfassen.

„Wir haben wieder einen ganz anderen Blick für die außergewöhnliche Schönheit, die Ausstrahlung und die Eigenarten der alten, tief verwurzelten Veteranen bekommen“, sind sich die Baumtouristen nach der kleinen Rundreise einig, die im Rathausfoyer endet. Hier ist noch bis Anfang Oktober der Baumtrilogie erster Teil, die Ausstellung mit Fotografien von Wolfgang Schürmann, zu sehen. Die Motive: uralte Bäume aus aller Welt, die noch auf Bewunderer warten.

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