Gelungene „Generalprobe“
Mo., 30.01.2012
Vielversprechende Talente beim Kammermusikkonzert der Musikschule
Hochkonzentriert: Marie Mersmann und Theresa Deradjat überzeugten mit ihrem sehr differenzierten Spiel und einem jederzeit harmonischem Zusammenspiel
Saerbeck -
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – so auch am Sonntagnachmittag beim Kammermusikkonzert der Musikschule Greven/Emsdetten/Saerbeck im Bürgerhaus. Am ersten Februar-Wochenende geht der Wettbewerb „Jugend musiziert“ über die Bühne, da können Kinder und Jugendliche solistisch oder im Ensemble ihr Können nochmals unter Beweis stellen.
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So war für einige der auftretenden Musiker das Kammerkonzert willkommene Gelegenheit, Teile ihres Wettbewerbprogramms vor einem interessierten Publikum zu spielen. Gary Woolf zeigte sich als charmanter Gastgeber, der mit seiner Begrüßung sofort einen persönlichen Kontakt zum Publikum herstellte. Aber auch als versierter Musiker brachte er sich in das facettenreiche Programm ein, zeigte sich als Klavierbegleiter ebenso kompetent wie als Ensemblespieler mit seiner Querflöte.
Mit Musik von C.P.E.Bach, Paolo Quagliati, Michael Praetorius und natürlich Johann Sebastian Bach wurden beide Konzertteile von einem Blockflöten-Ensemble eröffnet. Stilsicher und mit gutem Ausdruck klangen die barocken Weisen als kammermusikalische Einstimmung. Danach zeigten erst einmal Marie Mersmann und Theresa Deradjat am Flügel, wie umsichtig sie von ihrer Lehrerin Annette Richter-Westermann auf ihren Auftritt und die Teilnahme am Wettbewerb vorbereitet waren. Bei dem „Tempo de Menuetto“ von Ludwig van Beethoven bestachen die dynamischen Kontraste und die Intensität des Spiels und bei „En bateau“ aus der „Petite Suite“ von Claude Debussy konnten sie klangmalerisch mitreißend spielen. Dass bei einem von Gary Woolf organisierten Kammermusikkonzert natürlich die Querflöte im besonderen Fokus stand, war nachvollziehbar.
Seine Schülerinnen und Schüler boten feinste Musizierkunst, wobei Ausdruck und technische Fertigkeit sich sehr eindrucksvoll ergänzten. Mediterranes Flair verbreitete noch die Musik von Antonio Vivaldi. Mit Lutz Wenners erklang der schnelle Allegro-Satz aus dem „Konzert in g-Moll“ sehr inspirierend.
Dieses sehr stimmige Konzert wurde exquisit abgerundet durch Maria Westermann an der Querflöte, die mit ihrer Mutter als Klavierbegleiterin bei Johann Sebastian Bach ebenso zu Hause war wie bei Paul Hindemith, Benjamin Godard und Ian Clarke.
Sie konnte ihr Spiel den jeweiligen Zeitepochen adäquat anpassen, fand jeweils die passende Klangfärbung in ihrem lyrisch inspirierten Spiel.