Gemeindehaushalt 2012

Di., 07.02.2012

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Für Reparaturen braucht die Gemeinde derzeit kaum Geld

Gemeindehaushalt 2012 : Für Reparaturen braucht die Gemeinde derzeit kaum Geld

Foto: Pixelio / Gerd Altmann

Saerbeck - 

Sparen ist Trumpf in Saerbeck, Schulden werden nur gemacht, wenn sie sich in Euro und Cent rentieren. Diesen strikten Sparkursus kann sich die Gemeinde erlauben, weil ihre Infrastruktur in Ordnung ist. Teil III der WN-Serie zum Gemeindehaushalt.

Von Alfred Riese

Der Haushaltsentwurf 2012 ähnelt seinem Vorgänger und bietet alles andere als Gründe, sich entspannt zurückzulehnen. Während die Steuereinnahmen um knapp 9 Prozent auf 9,8 Millionen Euro anwachsen, muss Saerbeck mehr Geld an den Landkreis abgeben. Das laufende Defizit steigt leicht auf 440000 Euro – und schrammt noch ganz knapp an der Pflicht zum Haushaltssicherungskonzept vorbei. Die WN widmen sich in einer kleinen Serie einigen besonders wichtigen Bereichen der Finanzplanung. Heute: Investitionen, zweiter Teil.

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3,45 Millionen Euro stehen im Haushaltsentwurf für das laufende Jahr als Investitionsausgaben (wir berichteten im vorherigen Teil der Serie). Dem stehen Einnahmen gegenüber. Sie kommen aus Zuschusspauschalen des Landes (783 000 Euro), Anzahlungen von Bauherren für Erschließungs und Kanalanschlussbeiträge (560 000 Euro) und Grundstücksverkäufen (767 400 Euro), zusammen 2,11 Millionen Euro. Das sind 1,34 Millionen weniger als die Investitionsausgaben und ein Grund für den 1,3-Millionen-Kredit, den Saerbeck laut Plan im laufenden Jahr aufnehmen muss. Unterm Strich treibt das die Gesamtverschuldung der Gemeinde um 1,21 Millionen auf 12,43 Millionen Euro hoch oder pro Kopf gerechnet um 166 auf 1706 Euro.

Dieser Stand hat allerdings auch eine „Investitionsgeschichte“, betont Gemeindekämmerer Guido Attermeier. Er setzt die Verschuldung ins Verhältnis zum Stand der Infrastruktur und attestiert dieser ein „hohes Niveau“.

„Die Gemeinde hat in den zurück liegenden zehn Jahren sehr viel investiert“, sagt der Kämmerer und zählt auf: Feuerwehrgerätehaus, Kirmesplatz, neues Rathaus, Erweiterungen der Gesamt- und der Grundschule, die Gebäudeleittechnik. „Das waren klassische Pflichtaufgaben einer Gemeinde, da war kein Luxus dabei“, schätzt er diese Ausgabe ein. Dazu kommen die Dinge, die durch die Konjunkturpakete der Bundesregierung in den beiden Krisenjahren 2010 und 2011 möglich wurden: Ausbau der Offenen Ganztags-Grundschule, Kellerausbau bei der Erweiterung der Gesamtschule und das Nahwärmenetz entlang der Schulstraße. Unterm Strich sieht Attermeier „die Gebäude insgesamt in einem sehr guten Zustand, und ins Rathaus regnet es ja auch noch nicht rein“. Andere Kommunen mit weniger solider Bausubstanz stünden zur Zeit mehr in der Pflicht, Investitionsgelder für Erhaltung auszugeben. Zudem haben Investitionen wie die in die Gläserne Heizzentrale und die Gebäudeleittechnik die laufenden Kosten für Heizung und Warmwasser binnen zwei Jahren um 35 000 Euro gesenkt – gespartes Geld. Attermeiers Schlussfolgerung aus den Investitionen der Vergangenheit: „Im Moment können wir uns in diesem Bereich zurückhalten.“ So steht es auch im Haushaltsentwurf in der Liste der Konsolidierungsmaßnahmen: „Zurückhaltung bei Investitionen“. Da ist jetzt wieder von vorherigem Ansparen die Rede und davon, Investitionsgeld erst auszugeben, wenn es tatsächlich da ist. Neue Darlehen sind dabei bis 2015 nicht vorgesehen.


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