Di., 16.09.2014

Gemeinde legt Windkonzentrationszonen fest In Sinningen geht noch was

Viel Rot, aber das Grün an der richtigen Stelle: oben links, wo die grüne Saerbecker Fläche (innerhalb der blauen Gemeindegrenzen) an das Emsdettener Veltruper Feld stößt; das kleine Foto zeigt das Gemeindewindrad im Bioenergiepark.

Viel Rot, aber das Grün an der richtigen Stelle: oben links, wo die grüne Saerbecker Fläche (innerhalb der blauen Gemeindegrenzen) an das Emsdettener Veltruper Feld stößt; das kleine Foto zeigt das Gemeindewindrad im Bioenergiepark. Foto: red/lü

Saerbeck - 

Auf der Suche nach harten und weichen Tabuzonen für weiter Windradflächen muss sich der Gemeinderat durch eine ellenlange Liste harter und weicher Kriterien wühlen. Das Ergebnis dürfte vor allem diejenigen Saerbecker freuen, die auf dem Sinninger Feld einen Windpark bauen wollen; da nämlich geht noch was.

Von Alfred Riese

Da geht noch was. Windkraft in Saerbeck liefert aktuell knapp dreimal so viel Strom, wie im Dorf verbraucht wird. Das Meiste davon kommt von den sieben Anlagen im Bioenergiepark, ein kleinerer Windpark steht an der Ibbenbürener Straße, dazu gibt es einzelne Anlagen. Und die Pläne einer Gruppe von Landwirten in der Bauerschaft Sinningen , die dort einen weiteren Windpark errichten wollen.

Dazu braucht es allerdings ein rechtliches Fundament in Form einer ausgewiesenen „ Windkonzentrationszone “. Die soll im Flächennutzungsplan festgezurrt werden. Die entsprechende Änderung steht am Donnerstag auf der Tagesordnung der Ratssitzung (18 Uhr, Rathaus). Der Planungsausschuss hat bereits in der vergangenen Sitzung einstimmig dafür votiert.

Das Verfahren ist kompliziert und fußt unter anderem auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster und einem aktuellen Richterspruch, der „substanziell Raum“ für Windkraft fordert. Im Hintergrund steht, dass eher restriktive Vorgaben der Regionalplanung aus den 1990er Jahren demnächst fallen sollen. Das würde Kommunen ermöglichen, in eigener Regie im Rahmen der Flächennutzungsplanung „Windkonzentrationszonen“ festlegen. Genau das hat Saerbeck vor. Vorher aber muss sich der Rat durch eine ellenlange Liste harter und weicher Tabukriterien wühlen.

Eine Arbeit, die Guido Wallraven vom Planungsbüro Stadt-Land-Fluss erledigt hat. Sein Büro hat für 206 Meter hohe Referenzanlagen des Typs Enercon E115 – gut sechs Meter höher als im Bioenergiepark – geprüft, wo in Saerbeck was geht. Kriterien waren unter anderem Pufferzonen und Abstände zu Gebäuden, Luftverkehr, Naturschutzgebiete, Windgeschwindigkeiten, Lärm, eine eventuell „bedrängende Wirkung“ der Riesenanlagen und etliches mehr.

Bei einigen Kriterien hat die Gemeinde die Möglichkeit, zu entscheiden, welches Gewicht sie ihnen einräumt.

Die einzige Anmerkung dazu kam im Planungsausschuss von Hubert Geisemann (CDU). Er sprach sich dafür aus, größere Abstände zu Gebäuden zu berücksichtigen als gesetzlich verlangt (rund 600 statt etwa 400 Meter) und nannte das „den sichereren Weg mit Blick auf die Anwohner“.

Einen weiteren Knackpunkt nannte Wallraven mit den Naturschutzflächen in Sinningen, deren Beeinträchtigungen aber ausgleichbar seien.

Unterm Strich kommt der Planer auf 350 Hektar im Nordosten der Bauerschaft Sinningen, „wissend, dass dort Überlegungen für einen Windpark bestehen“. Die Gruppe von Landwirten dort plant seit mehr als zehn Jahren.

Zwischenzeitlich wurde befürchtet, dass der Bioenergiepark und zuletzt der Windpark im direkt angrenzenden Veltruper Feld auf Emsdettener Gebiet den Bauern einen Strich durch die Rechnung machen könnten.

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Der Rat muss sich durch eine ellenlange Liste harter und weicher Tabukriterien wühlen.

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