Di., 12.01.2016

Gesamtschüler lassen sich typisieren Ein Wattestäbchen kann Leben retten

Eigentlich kein Ding: Nicht mal eine Minute dauert nach kurzer Einweisung das Stochern nach Speichel

Eigentlich kein Ding: Nicht mal eine Minute dauert nach kurzer Einweisung das Stochern nach Speichel Foto: Hans Lüttmann

Saerbeck - 

Fast zwei Drittel der Oberstufe der Gesamtschule machten gestern diese paar Handgriffe, um sich von Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung typisieren zu lassen.

„Eigentlich kein Ding“, sagt der Zwölftklässler, Wattestäbchen nehmen, an Zitronen denken, nach Speichel stochern und fertig. Die Helferin steckt das Stäbchen in eine Plastikröhre, das war’s. Insgesamt 111 Schüler der Oberstufe der Gesamtschule machten gestern diese paar Handgriffe, um sich von Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung typisieren zu lassen.

Den anderen Schülern war die womöglich lebensrettende Abgabe der Speichelprobe wohl zu lästig, schließlich musste vorher ein Formular ausgefüllt und, bei Minderjährigen, noch von den Eltern unterschrieben werden. Worum es bei der Aktion geht, wissen aber alle Oberstufenschüler, denn in Vorbereitung auf den Termin der Mensa gab es für alle eine verpflichtende Informationsveranstaltung.

Robert Entrup aus der Klasse 13 hatte die Idee, die Stefan-Morsch-Stiftung nach Saerbeck einzuladen: „Als in Emsdetten im Gymnasium Martinum eine Typisierung durchgeführt wurde, habe von Freunden aus meiner Clique davon gehört und fand das eine unterstützenswerte Aktion“, erzählt er. Als Oberstufenleiter Johann van Buren das hörte, kam die Sache ins Rollen, die Schulleitung war dafür, und bald schon stand der Termin fest, zu dem auch Stiftungsgründer Emil Morsch aus Birkenfeld in Rheinland-Pfalz nach Saerbeck gekommen war und als Dankeschön Schokolade, Kugelschreiber und Einkaufs-Chips mit eingravierter Blutgruppenbezeichnung verteilte.

1984 erkrankte Stefan Morsch an Leukämie. Er war der erste Europäer, dem in Seattle/USA Knochenmark eines nicht mit ihm verwandten Spenders übertragen wurde. Obwohl die Transplantation erfolgreich war, starb Stefan Morsch noch im selben Jahr kurz vor der geplanten Heimreise an einer Lungenentzündung. Doch Stefan sollte nicht umsonst gestorben sein. Es war seine Idee, eine Spenderdatei zu gründen, damit alle Leukämiepatienten die Chance auf Heilung erhalten. Seine Eltern, Hiltrud und Emil  Morsch, gründeten deshalb 1986 die Stefan-Morsch-Stiftung, mit dem Ziel, Patienten und ihren Angehörigen zu helfen.

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