Fr., 15.01.2016

Projekt in Kitas der evangelischen Jugendhilfe Die Musik von Blumen und Blitzen

Lenny, Ingo, Ryan und Ole  von der Kita Emilia Kita Emilia haben sich ausführlich mit dem Gewitterbild von Heinrich Neuy befasst und eigene Bilder dazu gemalt. Rechts: Ganz genau hinschauen: Ryan nimmt eine Lupe, um den Formen und Linien des Gewitterbildes auf den Grund zu gehen.

Lenny, Ingo, Ryan und Ole  von der Kita Emilia Kita Emilia haben sich ausführlich mit dem Gewitterbild von Heinrich Neuy befasst und eigene Bilder dazu gemalt. Rechts: Ganz genau hinschauen: Ryan nimmt eine Lupe, um den Formen und Linien des Gewitterbildes auf den Grund zu gehen. Foto: Ev. Jugendhilfe

Saerbeck/Greven - 

Ein anspruchsvolles pädagogisches Projekt oder eine spielerische Entdeckungsreise in die Welt der eigenen Sinne für Fünf- und Sechsjährige? „Kinder und Kunst und Kultur“, kurz KuKuK, ist wohl Beides. Der evangelischen Jugendhilfe geht es dabei in zwei Kitas in Saerbeck und Greven vor allem um die natürliche Kreativität von Kindern.

Elif und Ayse sind konzentriert. Sie machen Musik. Mit einem Klöppel schlagen die Mädchen auf ein Metallofon. Was eine Tonleiter ist, das wissen die beiden Fünfjährigen noch nicht so genau. Aber wie ihr Lied klingen soll, das schon. „Es soll sich wie Heidekraut anhören“, sagen sie.

Diese Blume kennen sie gut. Sie haben sie im Sommer gefunden. Dann haben sie ihren Fund gezeichnet, die Farben und Formen der Blätter und Stiele präzise untersucht. Und weil sie diese Wiesenblume so genau kennen, lassen Elif und Ayse ihre Klöppel immer wieder auf die drei Plättchen des Metallophons sausen, die zu dieser Pflanze passen: Das violette, das grüne und das braune Klangplättchen. Für Elif und Ayse ist es ganz klar: Das ist die Musik von Heidekraut – zumindest in ihren Ohren.

„KuKuK“ steht für „Kinder und Kunst und Kultur“. Beate Karasch, pädagogische Leiterin im Fachbereich Kindertageseinrichtungen der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland und Mit-Initiatorin des Projektes sagt: „Wir möchten erreichen, dass die Kinder ihre natürliche Kreativität in verschiedenen Arten wahrnehmen und ausdrücken können.“ Dadurch, so sagt Karasch, soll die synästhetische Bildung der Kinder gefördert werden.

Ein anspruchsvolles Vorhaben. Doch für die Fünf- und Sechsjährigen ist es eine große spielerische Entdeckungsreise in die Welt der eigenen Sinne und die der Kunst. Denn für das „KuKuK“-Projekt haben die Initiatoren einen Partner gefunden: das Heinrich-Neuy-Museum in Borghorst. Es wird von der Tochter des Bauhauskünstlers Heinrich Neuy, Hedwig Seegers, geleitet. Ihr Vater hatte für sie während seiner Kriegsgefangenschaft über 50 Wiesenblumen in ein Heftchen gemalt. Dieses Werk hat das Initiatoren-Team zur Vorlage für das „KuKuK“-Projekt in den Kindertagesstätten genommen. Eine Auswahl der Bilder wurde abfotografiert und mit großem Aufwand bearbeitet. Entstanden sind so Arbeitsmaterialien für die Kitas: Wiesenblumen-Zeichnungen auf Plakaten, in Postkartenformat oder auch als Memory-Spiel.

Mittlerweile befassen sich die teilnehmenden Kinder der Grevener Kita mit einem weiteren Werk des Bauhaus-Künstlers Heinrich Neuy, das ebenfalls Vorlage für das „KuKuK“-Projekt ist: Neuys Bild „Gewitter mit plötzlichem Schlag“. Ein Bild, das auch die Mädchen und Jungen aus der Saerbecker Kindertagesstätte Emilia gut kennen; auch diese Kita macht bei „KuKuK“ mit.

„Wir haben uns schnell zum Mitmachen entschlossen, als das Projekt vorgestellt wurde“, berichtet Yvonne Stermann, Leiterin von Emilia. Ein Sommergewitter hatte die Neugier der Kinder ohnehin geweckt, als die Erzieherinnen dann das Gewitterbild von Heinrich Neuy in die Gruppenarbeit gaben, kam die Sache ins Rollen. „Die Kinder hatten sofort viele Fragen“, sagt Stermann. Wie sieht ein Gewitter am Tag und in der Nacht aus, welche Farben hat ein Blitz, welche Musikinstrumente hören sich an wie ein Gewitter und welche wie Blitze?

Der ganz normale Kindergartenalltag kommt in Saerbeck dennoch nicht zu kurz: „Wir sind drei, vier Erzieherinnen, die dieses Projekt durchführen. Das geht aber nur, weil wir starke und engagierte Kolleginnen haben, die uns dafür den Rücken freihalten“, betont Stermann.

In den kommenden Monaten wird es in Saerbeck darum gehen, dieses Gewitterbild zu einem Musikstück zu vertonen. Und wie in der Kita in Greven, soll das dann natürlich Eltern, Geschwistern, Opa und Oma einmal vorgespielt werden.

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