Di., 18.10.2016

Saerbeck 877-mal Särbeck: Wer braucht auch schon ein Dehnungs-e?

Saerbeck - 

Woher sollten sie’s auch wissen, die Bayern, Hessen oder Mecklenburger, wo es dieses Phänomen doch eigentlich nur in Westfalen gibt? Wir sagen Kohsfeld und Sohst, Huhsmann, Fuhstrup und Sahrbeck, aber oben im Norden sprechen sie Uelzen wie sülzen und Laboe wie die Böe aus.

Von Hans Lüttmann

Das westfälische Dehnungs-e ist eben eine unserer vielen Sprachspezialitäten. („Wo komms du denn wech? Fährße mit nach Omma? Da nich für.“) Dieses e macht Vokale länger wie in Raesfeld und Maestrup.

Das war nicht immer so, oder Herr Kraatz hatte auch keine Ahnung von unserem e, als er 1856 das Topographisch-statistische Handbuch des Preußischen Staates schrieb: Auf Seite 533 jedenfalls ist bei ihm Särbeck dran, damals Bauerschaft mit 1899 Einwohnern.

Aber auch heute geistert Särbeck mit ä noch durchs Internet, und das gleich bei 877 durchaus zeitfrischen Einträgen.

In Hamburg gab es bis 1949 das hanseatische Dehnungs-c: Alles Stadtteilnamen auch -beck wurden -beek ausgesprochen. Um das auch im Schriftbild deutlich zu machen, haben sie dann das c gestrichen.

Wäre das auch was für Saerbeck, das e einfach zu streichen und Sarbeck, Saabeck oder Sahrbeck zu schreiben? Dann doch lieber Särbeck – oder noch viel besser: Saerbeck.

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