18-Jähriger wegen gewerbsmäßigen Fahrraddiebstahls verurteilt
Mit Stiefvaters Kombi auf Beutetour

Saerbeck/Rheine -

Wegen besonders schweren, gewerbsmäßigen Fahrraddiebstahls in Saerbeck verurteilte der Jugendrichter am Amtsgericht Rheine am Dienstag einen 18 Jahre jungen Angeklagten aus Emsdetten zu 80 Sozialstunden innerhalb von drei Monaten.

Mittwoch, 13.06.2018, 19:30 Uhr

Vor dem Amtsgericht Rheine wurde ein 18-jährige Emsdettener wegen gewerbsmäßigen Fahrraddiebstahls in Saerbeck verurteilt.
Vor dem Amtsgericht Rheine wurde ein 18-jährige Emsdettener wegen gewerbsmäßigen Fahrraddiebstahls in Saerbeck verurteilt. Foto: dpa

Damit ging der Richter 20 Stunden über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. In der Urteilsbegründung sagte er: „Bis zur letzten Sekunde habe ich über einen Dauerarrest nachgedacht, denn wegen solcher Taten gehören Sie eigentlich ins Gefängnis. Aber Ihr Verhalten nach den Taten hat mich davon abgehalten. Sie haben sofort gesagt ‚Ich bin froh, dass ich erwischt worden bin‘ und haben alles zugegeben.“ Allerdings ermahnte er den jungen Emsdettener eindringlich, sich so etwas nie wieder einfallen zu lassen, „denn dann geht es nicht mehr so glimpflich für Sie aus“.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, in der Zeit vom 22. bis 27. Februar in Saerbeck sechs verschlossene Fahrräder gestohlen zu haben, um sie zu verkaufen und sich an dem Erlös zu bereichern. Bei der letzten Tat an einer Bushaltestelle wurde er erwischt. Dort soll der 18-Jährige gemeinsam mit einem Komplizen zwei hochwertige Fahrräder im Wert von 1000 Euro entwendet haben. Die sechs Fahrräder hatten einen Gesamtwert von gut 2000 Euro. Vorbestraft war der Angeklagte nicht.

Die Fahrräder waren zum Teil an der Emsdettener Straße gestohlen worden und an zwei Bushaltestellen. Der Angeklagte und sein Komplize, der sich an anderer Stelle dafür rechtfertigen muss, waren mit dem Kombi seines Stiefvaters herumgefahren, nachdem sie sich eigens in einem Baumarkt entsprechendes Werkzeug gekauft hatten. Sie knackten die Schlösser, öffneten die Klappe vom Auto und schoben die heißen Räder hinein.

„Wieso?“, fragte der Richter nach der Anklageverlesung: „Plötzlich macht es klick, und das Gehirn setzt aus?! Haben Sie nicht über eine Registrierung der Fahrräder nachgedacht?“ Der Angeklagte hatte dafür keine Erklärung. Er kommt aus bürgerlichen Verhältnissen. Der Bericht der Jugendgerichtshilfe ergab keine Auffälligkeiten. Unmittelbar nach dem Zugriff der Polizei hatte der Emsdettener alles eingeräumt, inklusive Planung für den Verkauf. Ein Großteil der Räder ging an ihre Besitzer zurück. Verkauft wurde bis dahin keines.

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