Schuljahresabschlusskonzert des Jugendblasorchesters
Nicht nur den guten Ruf bestätigt

Saerbeck -

Draußen herrschte sengende Hitze, drinnen rief der Dschungel mitsamt Löwen. Die Rede ist vom Jugendblasorchester (JBO), das am Sonntagnachmittag sein Schuljahresabschlusskonzert in der Saerbecker Bürgerscheune gab.

Donnerstag, 12.07.2018, 15:58 Uhr

Das Jugendblasorchester mit Dirigent Ludger Beermann beim Schuljahresabschlusskonzert am Sonntagnachmittag in der Bürgerscheune.
Das Jugendblasorchester mit Dirigent Ludger Beermann beim Schuljahresabschlusskonzert am Sonntagnachmittag in der Bürgerscheune. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Das heiße Badewetter war vermutlich dafür verantwortlich, dass so viele Stuhlreihen leer blieben. Aber die knapp 50 erschienenen Zuhörer kamen voll auf ihre Kosten. Mit „The lion sleeps tonight“ wurden sie zu-nächst trommelreich in den afrikanischen Urwald entführt. Von dort aus ging es in den europäischen Süden. „Wir gehen jetzt nach Spanien mit einem Tanz, dem Fandango. Dazu brauchen wir ein typisch spanisches Instrument. Fabienne, lass die Kastagnetten klappern“, lautete die nette Aufforderung des Dirigenten Ludger Beermann, der, wie immer, selbst moderierte. Und das Geklapper konnte sich so, wie das gesamte „Fandango Festival“ durchaus hören lassen.

Für etwas Erfrischung sorgte der schmissige Herbie Hancock-Titel „Watermelon men“. Was sich für das Publikum nach lockerer Unterhaltung anhört, erfordert jedoch viel Fleiß, Ausdauer und Übung von jedem einzelnen aus dem Orchester. Beermann und seine jungen Musiker zeigten erneut, dass sie den Spagat, Anfänger und Fortgeschrittene miteinander zur harmonischen Einheit zu führen, prima meistern können. So auch im Swing-Stil komponierten „Clarinett Boogie“, das auf dem zwölftaktigen Blues-Schema basiert, oder im „Project Mars“, das als kleine Exkursion ins Weltall mit einer Art von Sphärenmusik daherkommt.

Dass das Jugendblasorchester als Gruppe gut funktioniert ist allgemein bekannt. Darüber hinaus bringt es sogar solistische Talente hervor, die sich nun ebenfalls vorstellten. Merle Möllers, Carla Husmann und Mareen Book präsentierten sich mit „Dorian Dance“, dem die dorische Tonart zugrunde liegt, als gut eingespieltes Klarinetten-Trio. Chris Marschewski bewies, dass Scott Joplins berühmter Entertainer nicht nur auf dem Klavier gut klingt, sondern perfekt für sein Alt-Saxophon geeignet ist, mit dem er mehr als überzeugte. Quasi vom Hocker riss Luca Sieger das komplette Publikum mit seinem fulminanten Schlagzeugsolo, in dem er hoch komplizierte, rhythmische Figuren verwendete. Pianistin Sinnika Renk verzauberte mit ihrem einfühlsamen Spiel in „November“ mitten im Sommer.

„Special guest“ des Nachmittags, wie ihn Ludger Beermann ankündigte, war Holger Till, der als neuer Saxophonlehrer gewonnen werden konnte. Als Jazzmusiker hat er eine eigene Big-Band, unterrichtet außer-dem noch Schlagzeug sowie E-Bass und bereichert nun das Jugendblasorchester.

Die D1-Prüflinge

Die D1-Prüflinge Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Einige Jugendliche haben in diesem Jahr erfolgreich die D1-Prüfung des Volksmusikerbundes NRW absolviert. Über ihre Urkunden durften sich Sina Beermann, Hanna Friese, Luca Sieger und Merle Möllers freuen, die in diesem Rahmen überreicht wurden. Mit „At the hop“ aus den 60igern, dem Bond-Klassiker „Skyfall“ und „Music from Grease“ ging ein unterhaltsames, zugleich anspruchsvolles Konzert zu Ende. Das begeisterte Publikum entließ das JBO erst nach zwei Zugaben und zahlreichen Bravo-Rufen.

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