Saerbeck

Mo., 05.10.2009

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Räder tanken bei der Sonne

Spaß für die „Solar-Arbeiter“: Diese Jungs arbeiten daran mit, die Module für die Photovoltaikanlage der Solartankstelle zu montieren. Dafür gibt es rasante Runden mit dem Elektrofahrrad als kleines Dankeschön.Foto: (meg)
Von Monika Gerharz

Saerbeck - Demnächst kann in Saerbeck bei der Sonne getankt werden - vorerst mit dem Elektrofahrrad. Alois Plüster und ein Team Freiwilliger installieren derzeit vier Photovoltaikmodule auf einer Garage bei der CAJ-Werkstatt. Dieses kleine Sonnenkraftwerk wird einen dicken Akku versorgen. Und der wiederum ist mit Steckdosen verbunden, an denen Elektroräder aufgeladen werden können - oder vielleicht sogar Autos. „Wir können Pannenhilfe für Elektroautos bieten“, schmunzelte Plüster bei der Präsentation der Station. „Die Fahrer können bei Stegemann einen Kaffee trinken, während sie hier die Batterie aufladen.“

Hintergrund der Aktion: In Saerbeck soll das Solarzeitalter auch bei der Mobilität anbrechen. Die Fahrräder mit dem kleinen Elektromotor, im Fachjargon „Pedelecs“ geheißen, sind ideal für Fünf-bis Zehn-Kilometer-Radien - also beispielsweise für einen Trip von Westladbergen nach Saerbeck. „Wir wollen sie vor allem unseren Gästen zur Verfügung stellen“, erläutert Plüster. Und das hat seinen Grund: In der CAJ-Werkstatt verkehren vor allem junge Leute - und die sollen merken, dass das Rad mit Hilfsmotor keine Sache nur für Ältere ist, sondern richtig Gaudi macht. Schließlich sind die kleinen Flitzer ziemlich flott. Die drei Räder, die die CAJ-Werkstatt bekommen hat, haben sogar Nummernschilder und dürfen deshalb bis 40 Stundenkilometer machen. Bei Modellen ohne Zulassungsnummer ist eine Bremse eingebaut: Schneller als 25 Stundenkilometer laufen diese Pedelecs nicht. Plüster: „Die Fahrräder wurden so ausgewählt, dass sie auch für eine jüngere und sportlich ambitionierte Zielgruppe attraktiv sind.“

Und so funktionieren die Pedelecs , die im Handel etwa 1500 Euro pro Stück kosten: Die Räder werden mit einem Kabel in die Steckdose an der Tankstelle in Westladbergen gesteckt und eine Stunde aufgeladen. Sie haben eine Mindestreichweite von 40 Kilometern, sofern der Fahrer nicht tritt. Nutzt er den Motor dagegen nur an schwierigen Stellen, kann der „Saft“, der in einer Lithium-Ionen-Batterie gespeichert wird, leicht 100 Kilometer weit reichen. Und wenn sich der Radler mal mit der Entfernung verschätzt, ist das kein Beinbruch: Dann kommt er immer noch mit Muskelkraft ans Ziel.


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