Di., 29.09.2009

Steinfurt Sternengucker im Bagno

Von Hermann-Josfe Pape

Steinfurt - Ausgehend von der Entdeckungsgeschichte des Jupitersystems tauchten zwanzig Sternfreunde mit dem Referenten ein ins 17. Jahrhundert, die spannende, für manchen Wissenschaftler lebensgefährliche Zeit des astronomischen Umbruchs sowie des wissenschaftlichen theologischen Streits um das richtige Weltbild.

Anlässlich des internationalen Jahres der Astronomie realisiert der Laerer Sternfreund Hans-Georg Pellengahr in Zusammenarbeit mit der VHS Steinfurt ein umfangreiches Vortragsprogramm. Den Auftakt bildete am Montagabend im Foyer der Bagno-Konzertgalerie die Einstiegsveranstaltung, die schilderte, wie die Erfindung des Fernrohrs vor 400 Jahren das antike Weltbild auf den Kopf stellte. Die Entdeckung der Jupiter-Monde durch den fränkischen Simon Marius im Jahre 1609 stand im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Die Besucher erlebten eine spannende audiovisuelle Zeitreise, wie Wissenschaft vor 400 Jahren funktionierte, welche Widerstände trotz augenscheinlicher Fernrohr-Beweise überwunden werden mussten, bis die Sonne die Erde aus dem Zentrum des Universums verdrängte.

Eine der bedeutendsten Fernrohrbeobachtungen war die Entdeckung der vier größten Jupitermonde, die ganz augenscheinlich nicht die Erde, sondern den Jupiter umkreisten. Ihre Sichtung wird allgemein Galileo Galilei zugeschrieben. Heute weiß man jedoch, so Pellengahr, dass der fränkische Astronom Simon Marius die Jupitermonde schon einige Wochen vor dem Italiener im Visier seines Fernrohres hatte. Bleibt festzustellen, so Pellengahr: Beide haben unabhängig voneinander die „Umkreiser des Jupiter“ entdeckt und deren Bahnen berechnet.

„Wer einmal unter dunklem Himmel durch ein Teleskop geschaut hat, kann sich der Pracht und Faszination des Weltalls nicht mehr entziehen“, meinte der Hobbyastronom. Praktisch nachvollziehen konnten die Teilnehmer die großen Fernrohrentdeckungen des frühen 17. Jahrhunderts mit einem modernen Teleskop an diesem Abend leider nicht. Der Himmel war bedeckt. Vielleicht zeigt sich am Beobachtungsabend „Blick mit dem Astro-Teleskop in die Tiefen des Universums“ am (19. Oktober) der Himmel über der Barocken Achse dann sternklar.

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