Di., 19.01.2010

Steinfurt Ein Mann, zwei Brände

Osterfeuer brennt (Foto: Gudrun Niewöhner)
Von Gudrun Niewöhner

Borghorst - So ganz geheuer war der junge Mann mit schwarzer Kapuzenjacke und Sonnenbrille den Beamten schon gestern Morgen nicht. Weil er fasziniert ins Feuer starrte und vor sich hin brabbelte: „Sieht das nicht toll aus?“ Wegen des Karnevals sei er aus dem Siegerland hierher gekommen, erklärte er den Polizisten bereitwillig seine Anwesenheit.

Nein, die ausgedienten Weihnachtsbäume, die von der Landjugend fürs Osterfeuer auf einem Acker in Dumte aufgeschichtet worden waren, habe er nicht angezündet, versicherte der 25-Jährige den Beamten (allerdings wenig glaubwürdig). Was auch wohl gelogen war, wie sich am Nachmittag herausstellte. Als gegen 15 Uhr eine Scheune in der Altenberger Bauerschaft Kümper in Flammen stand, tauchte der junge Mann erneut auf. Zu viele Zufälle für die Polizei. Sie nahm den mutmaßlichen Brandstifter noch vor Ort vorläufig fest.

Misstrauisch geworden waren die Beamten bereits in Borghorst. Zu merkwürdig war das Verhalten des Unbekannten. Und seine Geschichten klangen konstruiert. Doch nach einer Überprüfung der Personalien, die nichts Ungewöhnliches ergeben hatte, mussten sie den jungen Mann ziehen lassen.

Entdeckt hatten zwei Landwirte aus der Nachbarschaft das Feuer gegen 9 Uhr. Sie sahen den aufsteigenden Rauch und riefen sofort den Löschzug. Was anfangs wie ein unspektakulärer Einsatz ohne großen Sachschaden schien, stellte die Feuerwehrmänner dann doch vor eine schwierigere Aufgabe als gedacht. Schon wegen der Wasserversorgung. Um die Flammen bekämpfen zu können, reichte der Tank des Feuerwehrwagens nur aus, weil Landwirt Schulze Dahlhoff mit seinem Frontlader die Weihnachtsbäume auseinandergezogen hatte. „So konnten wir gezielt löschen“, sagte Einsatzleiter Jörg Stock. Ein kontrolliertes Abbrennen hätte ansonsten Stunden gedauert. Zudem sorgte die extreme Rauchentwicklung für Verkehrsbehinderungen auf der B 54. Warnmeldungen im Radio informierten die Autofahrer.

Übrigens, verzichten muss die Landjugend nicht auf ihr traditionelles Osterfeuer. „Es sind noch genügend Bäume übriggeblieben“, kann Jörg Stock die KLJBler beruhigen.

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