Mathe-Unterricht auf dem Hüpfball
Di., 31.01.2012
Über die soziale Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport
Prof. Dr. Werner Schmidt hielt am Montagabend einen aspektreichen Vortrag über den Sport, an den sich eine interessante Diskussionsrunde anschloss.
steinfurt -
Wo fühlen sich Kinder während der Schulzeit am wohlsten? Antwort: Im Sportunterricht. Was wollen Kinder in der Schule? Möglichst viele Bewegungsräume und -angebote. Was bekommen sie? Viele Stunden Unterricht. Im Sitzen. In seinem Vortrag mit dem Untertitel „Bewegungskindergärten und Ganztag – wo bleibt der Sport(-verein)?“ ging Werner Schmidt, Professor für Sportwissenschaft und Sportpädagogik an der Universität Essen/Duisburg, besonders auf den Sport als Chance ein. Er war auf Einladung der Sportstiftung der Kreissparkasse, des Kreissportbundes sowie der Sportvereine nach Steinfurt gekommen.
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Sport bietet soziale Anerkennung, Integration in eine Gruppe, Leistungsfortschritt und ein soziales Klima. Sport ist also auch Selbstbildungsprozess: Man kann seine intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten durch das soziale und körperliche Selbstkonzept stärken.
Inspiriert von dem Fakt, dass 80 Prozent aller Nachmittagsbeschäftigungen von Kindern etwas mit Sport zu tun haben, schlägt Schmidt eine Ganztagsschule vor, an der nachmittags viele unterschiedliche AGs für Sport und Musik zum Ausgleich des morgendlichen Unterrichts angeboten werden. Dabei sollen vor allem die Schülerinteressen, die Verbindung von Sport und Lernen mit Aufgaben und Zielen und die Verantwortung in Sachen Organisation der Ganztagsschule im Vordergrund stehen. Optimal wäre es, Sport und ständige Bewegung, beispielsweise Mathe auf Hüpfbällen, in den Schulalltag einzubauen, haben Forscher doch herausgefunden, dass die Konzentration in der fünften Stunde 52 Prozent höher wäre als zu Beginn der ersten Schulstunde. Letztendlich ist Sport die Erziehung zum gesunden Leben, die Förderung motorischer Kompetenzen und die Förderung des sozialen Lernens. Das müssen laut Schmidt auch die Kommunen erkennen und sich für den Erwerb von Extra-Lizenzen oder Projekten wie Schüler als Tutoren einsetzen.
Nach dem Vortrag schloss sich eine Diskussion mit Uli Fischer vom Kreissportbund Steinfurt, Hildegard Gaux vom TuS Germania Horstmar und Inge Behler von der Initiative für Kinder und Jugendliche Laer/Holthausen an, bei der das Plenum und Schmidt fleißig mitdiskutierten. Dabei ging es vor allem um die finanziellen Umsetzungsmöglichkeiten, überhaupt um Kooperationen zwischen Vereinen, Verbänden und Schulen sowie um Klassengrößen. Bei 31 Kindern in einem Raum sei es schwierig, in Bewegung zu bleiben.
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