Kollaps im Heizungskeller
Sa., 04.02.2012
Installateure sind im Dauerstress: Frost setzt alten Anlagen besonders zu
Oft ist es die Pumpe, die im Heizungskeller die Segel streicht. Den Steinfurter Installateuren geht es derzeit wie den Wärmeanlagen: Sie sind im Dauerstress.
Steinfurt -
Jeder weiß, was passiert: Wer ohne Pause rennt, klappt irgendwann zusammen. So geht es derzeit den Heizungen, die seit mehr als einer Woche gegen zweistellige Minustemperaturen anbollern müssen. Viele sind dem Dauerstress nicht gewachsen und quittieren den Dienst. Folge: Bei den Installateuren stehen die Telefone nicht still. „Von sieben Uhr morgens bis abends um acht sind wir unterwegs“, erzählt Firmenchef Wolfgang Matic. Kollege Heinz Böcker aus Burgsteinfurt hat einen derartigen Kundenansturm zwar schon häufiger erlebt. Als Ausnahmesituation würde er den augenblicklichen Dauerfrost trotzdem beschreiben.
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Böcker hat es, wie viele andere Betriebe auch, nicht nur mit kaputten Heizungen, sondern genauso oft mit zugefrorenen Leitungen zu tun. Meist kein großes Problem für den Fachmann, aber lästig für den Betroffenen.
Im Borghorster Betrieb Blomberg geht es dermaßen rund, das Chefin Nanni am liebsten gar nicht mit der Zeitung telefonieren möchte. „Wir sind hier ziemlich im Stress“, erklärt sie. Seit einer Woche geht das so. „Meistens werden die Heizkörper nicht richtig warm oder die Kunden haben Angst, dass Leitungen einfrieren.“
Sebastian Röhricht sieht in erster Linie alte Heizungen, denen die Luft ausgeht. Was der Hauseigentümer dagegen tun kann? „Nicht viel. Regelmäßiges Warten hilft, die Störfaktoren schon im Vorfeld auszuschalten.“
Bei diesen sibirischen Temperaturen nicht an der falschen Stelle zu sparen, dazu rät Heinz Böcker: „Das Haus sollte kontinuierlich schön warm gehalten werden.“ Selbst wenn die Bewohner in den Urlaub fahren. „Sonst gibt es später unliebsame Überraschungen.“
Häufig funktioniert zwar noch die Heizung, richtig warm wird es aber trotzdem nicht. „Die meisten Anlagen sind nur für minus zehn oder zwölf Grad ausgelegt. Die kommen jetzt an ihre Grenzen“, erklärt Böcker. Das sei auch richtig so. „In diesen Breiten die Heizung noch größer zu dimensionieren, das macht keinen Sinn.“ Schließlich ist die augenblickliche Witterungslage die große Ausnahme.
Für viele Störungen ist aber auch der Faktor Mensch verantwortlich, beobachten die Experten. Oft seien es einfach Unachtsamkeit und falsche Bedienung.
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