Wiegesystem wird noch nicht entsorgt
Mi., 22.02.2012
Umweltausschuss vertagt Entscheidung auf die nächste Sitzung
Nach dem Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme entzündete sich eine teils heftig geführte Diskussion um die Grundsätze des Wiegesystems.
Steinfurt -
Säße ihnen die Zeit nicht im Nacken, dann ließen sie die Müllwagen wohl noch endlose Touren fahren; aber die Steinfurter Politiker müssen sich langsam entscheiden, wie die Abfallentsorgung künftig organisiert werden soll: Im Mai muss die Ausschreibung fertig sein. Aber gestern Abend brachte der Umweltausschuss nicht viel mehr zustande, als die eigentlich anstehende Entscheidung nochmals zu vertagen.
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Dabei hatten die Politiker vorher schon viel Erhellendes zum Thema gehört. Eingeladen war Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme, Fachfrau für Kreislauf- und Abfallwirtschaft an der FH. Sie gab sich gleich als Fan de Wiegesystems zu erkennen, wurde aber nicht müde, bessere Rahmenbedingungen zu fordern, als sie derzeit in Steinfurt herrschen. Dazu gehörten unter anderem eine Aufwertung der Wertstoffhöfe, eine bessere Erfassung des Sperrmülls und vor allem die auch von der EU geforderte Bewirtschaftung statt nur Entsorgung des Abfalls. Wie zu befürchten, entzündete sich daran aber wieder die schon jahrzehntealte Diskussion um den Kern der Steinfurter Müllosophie: wiegen oder nicht wiegen? Die so hitzig geführt wurde, dass schließlich von Füchsen, Ratten und sogar „Verbrechen an folgende Generationen“ die Rede war. Und als sei es der Worte nicht schon genug und alle Argumente nicht schon längst zigmal recycelt, kippte Günther Hilgemann (FDP) dem Ausschuss zwei neue Themen vor die Füße: eine Chiplösung aus dem Lahnkreis und das „Wettringer Wundersystem“. Über beides soll die Stadtverwaltung jetzt rasch Auskünfte einholen und schriftlich an die Fraktionen weiterreichen, damit der Ausschuss am 28. März entscheiden kann über Müllwagen und Wiegesysteme, Tonnengrößen und Grundgebühren, Windelentsorgung und die Optimierung der Wertstoffhöfe.