So., 30.09.2012

„DietutniX“ im Burgsteinfurter Arnoldinum Aschenputtel mit frecher Schnauze

„DietutniX“ im Burgsteinfurter Arnoldinum : Aschenputtel mit frecher Schnauze

Verstanden das Publikum schon ab der ersten Minute zu begeistern:  Steffi Windhoff, Sabine Hollefeld, Susanne Anders, Ingrid Helmer und Heike Knief (v.l.) als „DietutniX“ im Burgsteinfurter Arnoldinum.. Foto: Theresa Gerks

Burgsteinfurt - 

Wer Frauen mit Figurproblemen, Strickmanie, Menopause und Prinzessinsein assoziiert, der – nun ja – liegt vielleicht gar nicht mal so falsch. Aber bevor man eilig etliche Vorurteile fällt und sich ganz den Klischees hingibt, sollte man sich die Version „GeBAUCHsanweisung“ dieser fünf Damen anhören: Susanne Anders, Sabine Hollefeld, Steffi Windhoff, Ingrid Helmer und Heike Kni

Von Theresa Gerks

ef, zusammen bekannt und berüchtigt als „ DietutniX “.

Also noch einmal zum Anfang: Warum haben viele Frauen einen Bauch? „Im Kopf wird so viel Intelligenz entwickelt, die muss sich halt irgendwo hinverteilen.“ Klingt plausibel. Und begründet, warum manche nach einem lockeren Tänzchen zunächst ein Sauerstoffzelt besuchen müssen.

Von der Prinzessinnenfront meldet sich tatsächlich Kanzlerin Angela Merkel mit dem allerletzten Rettungsschirm, aber sie stellt direkt klar, dass das ihrer ist, ihrer allein. So sind die Prinzessinnen aus den Niederlanden , Spanien, Monaco, Norwegen und Möchtegern-Camilla gezwungen, ihr Liebstes mit umgedichteten Songs zu sichern: „Wir müssen kurz noch unser Geld retten . . .“ Und zwischen Aschenputtelnüssen und Rosawölkchenträumen haben auch sie gelernt: „Zahl mir, gib mir, überweis mir . . !“ So läuft der Gaul.

Ein anderes Leid der Frauen ist sicherlich die Menopause . Tosenden Applaus erhielt der Song von Sabine Hollefeld „Ich hab Sommer“: „. . . einen ganz privaten Sommer. Ich bin fast 50, aber fühle mich wie 30 . . . ich schlaf jetzt nackt – in der Badewanne.“

Während die eine von Freundinnen und Verwandten erzählt, die jetzt eine Ausbildung in der Hardcore-Strickgruppe „Wettringer Maschenanaschlag“ machen, sind die anderen das erste Mal im Wald: „Voll leer hier, ist noch nicht offen? Naja, voll schön hier, voll Ton in Ton!“ Die sehr erfolgreiche Pilzsuche endet mit dem friedlichen „Ey, ich esse sowieso kein Fleisch“ und so wird das Pilzprachtstück halt eben fotografisch festgehalten.

Doch nicht nur „typische Frauenthemen“, auch die Sparmaßnahmen im Kulturbereich und die Macht der Wirtschaft wurden thematisiert: So beklagte sich Heike Knief, dass bestimmte „Charaktertöne“ von Unternehmen aufgekauft werden – wer sie spielen will, muss zahlen. Der berühmteste Halbtonschritt der Welt („Für Elise“) werde demnächst ein Vermögen kosten. Wie kann man sich da helfen? Eine Freundin hat den Bogen schon raus: Sie baut Jingles in die Werke, die sie vorspielt, ein. So ertönen Beethoven Hand in Hand mit Dallmayr Prodomo und Haribo-macht-Kinder-froh. Da zahlt die Wirtschaft doch gerne.

Mit ihrem Volx-Kabarett, das übrigens auf Einladung von Dr. Barbara Herrmann (Direktorin des KulturForums Steinfurt ), Monika Frieling (Leiterin der Stadtbücherei Steinfurt), Anni Lütke Brinkhaus (Gleichstellungsbeauftragte Kreis Steinfurt) und Nadine Rath (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Steinfurt) nach Steinfurt gekommen war, hat es „DietutniX“ mal wieder geschafft, ihr Publikum restlos zu begeistern – und wahrlich von den Stühlen zu reißen. Zwischen Lachkrämpfen und Zwergfellpurzelbäumen waren sich zum Schluss alle einig: kreativ, gewitzt, geniale Gestik und Mimik – „DietutniX“ ist einfach zum Brüllen.

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