Mo., 24.12.2012

Rita und Norbert Haase hoffen auf Spenden für ein Waisenhaus Ein Heim für die „Kinder der Sonne“

Den Waisenkindern in Peru wollen Rita Haase (2.v.r.) und ihr Mann helfen. Finanzielle Unterstützung erhoffen sie sich auch aus Deutschland. Birgit Heinsohn (r.) war schon einige Male bei den Haases in Südamerika. Die Borghorsterin hat jetzt mit anderen einen gemeinnützigen Verein gegründet.

Den Waisenkindern in Peru wollen Rita Haase (2.v.r.) und ihr Mann helfen. Finanzielle Unterstützung erhoffen sie sich auch aus Deutschland. Birgit Heinsohn (r.) war schon einige Male bei den Haases in Südamerika. Die Borghorsterin hat jetzt mit anderen einen gemeinnützigen Verein gegründet. Foto: nn

Borghorst/Qoya - 

Sie sind nach Peru ausgewandert. Auch, um Gutes zu tun. Im Sommer 2011 packten Rita und Norbert Haase ihre Koffer und Kisten, ließen Familie und Freunde schweren Herzens in Borghorst zurück. In Qoya, einem Dorf mit nur 500 Einwohnern im Heiligen Tal der Inka, betreibt das Ehepaar seitdem ein Hotel. Von den Einnahmen unterstützen die Haases die Klinik im Ort und ein Kinderheim nicht weit entfernt. Weil das Geld für alles aber nicht reicht, hoffen sie nun auf Hilfe aus der alten Heimat. Vor allem für das Kinderheim.

Von Gudrun Niewöhner

In „Casa de Milagros“ („Haus der Wunder“) wohnen 20 Mädchen und Jungen, die keine Eltern mehr haben. „Bis vor zwei Jahren wurde das Haus von Mama Kia, einer Amerikanerin, geleitet“, schreibt Norbert Haase in einer Email. Alles war in Ordnung. Unter anderem wurde der Kinderhort von Peter Maffay unterstützt, der selbst mehrere Male nach Peru kam.

Als Mama Kia vor zwei Jahren starb, übernahmen ihre Kinder das Haus. „Seit dem wurde die Hacienda derart vernachlässigt, das diese sich in einem katastrophalen Zustand befindet. Es wurden keinerlei Instandsetzungen vorgenommen, undichte Dächer, schimmelige Wände sind die Folge.“ Norbert Haase könnte die Liste fortsetzen. „Die Spendengelder aus den USA wurden anscheinend zu anderen Zwecken verwendet.“ Näheres weiß der frühere Borghorster nicht.

Weil einige Geldgeber skeptisch wurden, sprangen sie ab. Das Projekt stand vor dem Aus. „Aber wohin mit den 20 Kindern?“, fragt Norbert Haase. John Munn, einer der Spender aus Orlando, hat sich bereiterklärt, die das Projekt fortzuführen und vorübergehend zu finanzieren. Familie Haase und ihre peruanischen Freunde können erst einmal aufatmen.

John Munn hat eine neue Direktorin eingestellt, die das Management und die Kinderbetreuung in die Hand genommen hat. Aufgrund des katastrophalen Bauzustandes der Hacienda wurde für die Kinder in der Nähe ein größeres Haus angemietet, wo die Kinder für einige Zeit bleiben können.

Norbert Haase war bei dem Umzug dabei: „Ich musste feststellen, dass sich das gesamte Mobiliar und vor allem Matratzen und Bettzeug in einem äußerst schlechten Zustand befinden.“ Mit John Munn, der neuen Direktorin und den Klinikbesitzern haben die Haases beschlossen, das bestehende Projekt neu aufzubauen und eine neue, peruanische Non-Profit-Organisation zu gründen, mit dem Namen: Ninos del Sol. – „Kinder der Sonne“. Ehefrau Rita Haase wird sich dort als Zweite Vorsitzende engagieren. Tochter Tina und Norbert Haase werden natürlich auch mithelfen und sich dafür einsetzen, den Kindern eine Zukunft zu ermöglichen.

Geplant ist, ein neues Zuhause für die Mädchen und Jungen zu bauen. Für die Realisierung des Gesamtprojektes wurde dem Verein bereits ein Grundstück in der Nähe von Urubamba angeboten. Das angebotene Grundstück verfügt über 8000 Quadratmeter. Der Preis liegt bei 160 000 US-Dollar inklusive Zugang zu Wasser, Abwasser und Stromversorgung. Vorgesehen sind zwei getrennte Häuser für Jungen und Mädchen mit Platz für 40 Kindern. In einem Gemeinschaftshaus sollen Küche, Vorratsraum, Aufenthaltsraum, Kreativwerkstatt und Musikzimmer untergebracht werden. Zudem ist ein kleines Gästehaus geplant. Die Kinder und ihre Betreuer sollen sich selbst versorgen.

Um die Finanzierung des Projektes stemmen zu können, sind die Haases auf Spenden angewiesen: „Das komplette Bauvorhaben würde von uns geleitet und beaufsichtigt“, verspricht Norbert Haase. „Da wir seit Jahren die Misswirtschaft bei anderen Projekten beobachten konnten, wo Spendengelder nicht ordnungsgemäß verwendet wurden, legen wir Wert darauf, dass dieses nicht passiert.“ Damit es auch in Deutschland eine Anlaufstelle gibt, kümmert sich Birgit Heinsohn um die Gründung des gemeinnützigen Vereins „Ninos del Sol Peru-Deutschland“.

Google-Anzeigen

Leserkommentare

 

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 4 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 4.1/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend


Anzeige

WN-Mobil Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1053309?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F701918%2F1785783%2F1361883%2F