Do., 23.04.2015

Senioren-Experten im Einsatz Sauberes Wasser dank Schwerkraft

Kreis Steinfurt - 

Senioren-Experten aus dem Kreis Steinfurt sind weltweit im Einsatz und leisten Entwicklungshilfe zur Selbsthilfe. Jüngstes Beispiel ist Werner Evers und sein Know-How der Wasseraufbereitung.

Im Rahmen ihrer Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit konnten sich die Experten des Senior Expert Service (SES) im Kreis Steinfurt jetzt über das besondere Engagement im Bereich Wassertechnik in dezentralen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit informieren. Sie zeigten sich beim Besuch in der Firma Wassertechnik Evers in Hörstel und Hopsten begeistert über die Möglichkeiten, in abseits gelegenen Dörfern ohne vorhandene Infrastruktur für sauberes Wasser zu sorgen.

Die SES-Experten Axel Roosen , Gerd Homberg und Reinhold Hemker baten deswegen den Wasserexperten und Ideengeber Diplom-Ingenieur Werner Evers , wie zuletzt in Uganda , sich auch an Entwicklungsprojekten in Namibia, Peru, Simbabwe und Tansania zu beteiligen.

Denn Werner Evers hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Ärmsten der Armen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Als er zum Beispiel 2014 vom Verein „Hilfe für Menschen in Uganda“ aus Rheine-Elte angesprochen wurde, ob er beim Partner dieses Vereins in Mbiriizi/Uganda helfen könne, die Wasserversorgung zu verbessern, hatte er nicht lange überlegt. Denn die ca. 2000 Menschen, die in dem Partnerdorf und Umgebung leben, nutzten alle das Wasser aus einem Brunnen, das verdreckt und verkeimt war.

Damit, so wurde es den SES-Experten in einem Fachvortrag vermittelt, ist es nun vorbei. Denn Werner Evers hat in Mbiriizi mit Hilfe des Elektrikers Heinz Kröger aus Hopsten und Brunnenbaumeister Thomas Fendesack aus Rheine-Elte eine Wasseraufbereitungslage gebaut. Kernstück sind zwei Festbett-Schwerkraftfilter. „Das Wasser wird auf die Filter geleitet und durchläuft mittels Schwerkraft die beiden Filterstationen“, erläuterte der 74-jährige Ingenieur. Dabei dient die erste Filtersäule als Vorfilter-Stufe. Sie ist mit EVERZIT® N, einem Rohstoff aus Anthrazit von der RAG in Ibbenbüren, und dem Entsäuerungsmaterial Calciumcarbonat gefüllt. In der zweiten Stufe erfolgt die Nachreinigung (Polishing) über Aktivkohle. Anschließend wird mit Chlordioxid desinfiziert. „Denn im Brunnenwasser befinden sich hohe Konzentrationen an Eisen und Mangan sowie ein niedriger pH-Wert um 5“, berichtete der Experte, der dieses spezielle Wasseraufbereitungssystem zusammen mit der Hochschule Steinfurt entwickelt hat. „Das System nennt sich EASY-Filter und wird seit sechs Jahren in vielen Ländern als dezentrale Anlage installiert“, sagte er. Da der Brunnen nicht rund um die Uhr Wasser liefern kann, läuft der Filtrationsbetrieb in Intervallen. Die Tagesleistung beträgt jetzt rund 12 000 Liter und die Qualität entspricht der deutschen Trinkwasserverordnung.

Vor Ort sei es wichtig, dass sich einheimische Helfer um die Anlage kümmern. Aus diesem Grunde wird ein junger, einheimischer Mann, der beim Aufbau mitgeholfen hat und in Uganda Umwelttechnik studiert, für ein dreimonatiges Praktikum ab Mai 2015 bei der Firma EVERS geschult. Denn für die Zukunft sind noch weitere Anlagen in den umliegenden Dörfern geplant.

Die Mitglieder des SES-Initiativkreises im Kreis Steinfurt begrüßten nun W. Evers auch als neues Mitglied. Dazu kam auch noch der ehemalige Förderschullehrer und Bienenexperte Herbert Bülter, der die Arbeit des Vereins „Hilfe für Menschen in Uganda“ schon in seinem Heimatdorf Elte kennengelernt hatte. Die nächste Veranstaltung des SES-Initiativkreises findet am Mittwoch, (29. April),19 Uhr im Rahmen der Eschendorfer Gespräche in Rheine im Stadtparkrestaurant statt. Anfragen können gerichtet werden an R.Hemker, buergerbuero-hemker@unitybox.de und 01 71/26 589 89

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