Do., 02.07.2015

Globales Zusammenleben Kommunales Integrationszentrum

KREIS STEINFURT - 

Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg drängt darauf, ein kommunales Integrationszentrum einzurichten und fordert die Kreistagsmehrheit auf, ihre ablehnende Haltung zu ändern. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsdebatte.

Von Peter Sauer

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg ruft die Kirchengemeinden dazu auf, sich noch stärker dem Bereich Migration und Integration zuzuwenden und vor Ort, zum Beispiel durch die Beteiligung an Runden Tischen, die sich in vielen Kommunen schon gebildet haben, aktiv bei der Arbeit für und mit Flüchtlingen mitzuwirken. Zugrunde liegt ein einstimmiger Beschluss der Synode, die vor kurzem in Hopsten-Schale tagte.

Jede Kirchengemeinde und auch der Kirchenkreis möge überlegen, wie die Flüchtlingsarbeit finanziell unterstützt werden kann, ob durch Diakoniegelder oder durch erzielte Überschüsse. Das teilte jetzt Dr. Reinhold Hemker , Vorsitzender des Ausschusses für gesellschaftliche Verantwortung, dieser Zeitung mit.

Die Synode stellt weiterhin fest, dass die Flüchtlingsinitiativen unbedingt professionelle Beratung und Begleitung brauchen. Dies sollte durch ein Kommunales Integrationszentrum (KIZ) mit finanzieller Unterstützung der NRW-Landesregierung geschehen, für dessen Einrichtung sich bereits eine große Mehrheit der ehrenamtlich tätigen Helfer, Mitglieder von Runden Tischen und auch Mitglieder von Kreistags-Fraktionen ausgesprochen haben.

Die Synode fordert konkret die politisch Verantwortlichen im Kreistag und in der Kreisverwaltung dazu auf, die Einrichtung eines solchen KIZ erneut zu überdenken. Bei einem ersten Vorstoß im November 2014 hatte die Mehrheit des Kreistages ihre ablehnende Haltung signalisiert, was Kreisdirektor Dr. Martin Sommer im Januar weiter bekräftigte.

Trotz alledem: Die Synode empfiehlt Landrat Thomas Kubendorff jetzt, das Projekt im Kreistag erneut vorzustellen. Die Konzeption für ein Kommunales Integrationszentrum müsse sich dabei sich an der Arbeit der bestehenden Einrichtungen und in deren Umfeld bereits stattgefundenen Aktivitäten orientieren und diese mit einbeziehen.

Wichtig sei dabei, führt Hemker weiter aus, dass die bereits tätigen ehrenamtlichen Kräfte Beratung und Begleitung von Fachkräften bekommen, die von der NRW-Landesregierung finanziert und über den Kreis Steinfurt angestellt werden. Die Aufgaben sollten sie dezentral in Zusammenarbeit mit den bereits tätigen Einrichtungen, Initiativen, Vereinen und Verbänden übernehmen und durchführen.

Die Mitglieder der Synode und des ständigen Ausschusses für gesellschaftliche Verantwortung im Kirchenkreis Tecklenburg werden den weiteren Entscheidungsprozess auf Kreisebene konstruktiv kritisch begleiten und dabei die in den Kirchengemeinden, beim Runden Tisch „Asyl und Integration“ auf Kirchenkreisebene sowie in den Einrichtungen und Initiativen gemachten Erfahrungen einbringen.

Hemker verdeutlichte, dass sich bereits viele ehrenamtlich tätige Bürger sehr darüber freuen, dass es immer mehr positive Signale für die Einrichtung eines vom Land geförderten Kommunalen Integrationszentrums im Kreis geben würde, auch durch den dafür zuständigen Staatssekretär Thorsten Klute.

Die Tatsache, dass die vom Land NRW für ein Kommunales Integrationszentrum geförderten 5,5 Stellen völlig kostenneutral sind, erleichtert, so Reinhold Hemker, eine positive Entscheidung für den Kreistag. Bei der Prüfung des Antrages sei ratsam, Erfahrungsberichte bisheriger Zentren in anderen Landkreisen (zum Beispiel in den Kreisen Recklinghausen oder Paderborn) in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Hemker begrüßt es sehr, dass seitens der Verwaltung des Kreises Steinfurt schon ein Vorschlag für die Finanzierung einer zusätzlichen Stelle für den genannten Aufgabenbereich gemacht wurde.

Bislang steht die Kreistagsmehrheit dem Kommunalen Integrationszentrum ablehnend gegenüber. Vielleicht ändert sich etwas angesichts der aktuellen Flüchtlingsdebatte nach der Sommerpause.

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