Fr., 15.01.2016

TÜV-Statistik Jeder dritte Wagen fällt durch

Neu seit Sommer vergangenen Jahres: Bei der Hauptuntersuchung werden die elektronischen Systeme eines Fahrzeugs überprüft. Christoph Grötker demonstriert, wie es geht: Adapter anschließen und per Bluetooth mit dem Laptop verbinden. In dem Gerät sind sämtliche Fahrzeugdaten aller Modelle gespeichert und können so blitzschnell abgeglichen werden.

Neu seit Sommer vergangenen Jahres: Bei der Hauptuntersuchung werden die elektronischen Systeme eines Fahrzeugs überprüft. Christoph Grötker demonstriert, wie es geht: Adapter anschließen und per Bluetooth mit dem Laptop verbinden. In dem Gerät sind sämtliche Fahrzeugdaten aller Modelle gespeichert und können so blitzschnell abgeglichen werden. Foto: rs

Steinfurt - 

Elektronische Assistenzsysteme wie zum Beispiel Abstandswarner oder Notbremshelfer finden in modernen Autos immer größere Verbreitung. Darauf hat der Gesetzgeber reagiert: Seit dem 1. Juli vergangenen Jahres überprüfen die Sachverständigen bei der Hauptuntersuchung auch die sicherheitsrelevante elektronische Ausstattung eines Fahrzeugs – da macht die TÜV-Station Steinfurt keine Ausnahme.

Von Ralph Schippers

Fallen der Spurwechselassistent oder das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) aus, stellt das einen erheblichen Mangel dar, betonte Markus Stroot, Teamleiter Region Münsterland, am Donnerstag bei der Vorstellung der Statistik des vergangenen Jahres. Und auch, wer sein Fahrzeug manipuliert und einen so genannten Tuning-Chip zur Leistungssteigerung einbaut, fällt auf. „Das ist hier in Steinfurt allerdings noch nicht vorgekommen“, so Stationsleiter Christoph Grötker.

Was die Statistik der Hauptuntersuchungen anbelangt, so gilt in der Kreisstadt wie auch im gesamten Beritt des TÜV Nord: Die weitaus meisten Autos bekommen direkt die begehrte Plakette. Konkret waren es im Referenzzeitraum Mitte 2014 bis Mitte 2015 56 Prozent der an der Carl-Benz-Straße vorgestellten Fahrzeuge, die die Prüfhalle ohne Mängel verließen, weitere zwölf Prozent hatten lediglich geringe Mängel. Erhebliche Mängel hingegen wiesen 32 Prozent der Fahrzeuge auf – eine gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegene Zahl. Und auch die vier Fälle, in denen der Wagen sogar wegen Verkehrsunsicherheit direkt stillgelegt werden musste, bedeuten eine Besonderheit im Verbandsgebiet des TÜV Nord. „Oft sind es defekte Wagen, die von der B54 zu uns geschleppt werden“, weiß Grötker.

Der durchschnittliche Wagen, der an der Station Steinfurt geprüft wurde, war 8,6 Jahre alt und hatte etwas mehr als 112 000 Kilometer auf dem Tacho. Die Kilometerleistung der Fahrzeuge steigt seit Jahren an. Für die TÜV-Leute stellt das jedoch kein Problem dar: „Viele Hersteller bauen gute Autos, die auch nach vielen Jahren noch ohne erhebliche Mängel auf den Straßen unterwegs sind“, sagt Grötker. Und er ergänzt: „Wer sein Auto von der Fachwerkstatt warten lässt und es pflegt, kann der Hauptuntersuchung gelassen entgegen sehen.“

Im umgekehrten Fall sei es ärgerlich, wenn der Wagen zum Beispiel wegen einer defekten Scheinwerferbirne durch den TÜV fällt. Ein Defekt, der nach wie vor ziemlich häufig auftritt. An 100 überprüften Wagen wurden im Schnitt beim TÜV-Nord 30,5 Mängel entdeckt, die in der Gruppe „Licht, Elektrik“ gelistet sind. Oftmals werden sogar mehrere Beleuchtungsfehler an einem Fahrzeug entdeckt. Unverständlich für die Prüfingenieure, seien doch Reparaturen an der Beleuchtungsanlage in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen. Und: Sehen und gesehen werden seien das A und O im Straßenverkehr, geben sie zu Bedenken. „Bremsen“, „Umweltbelastung“ und „Achsen, Räder, Reifen“ folgen auf den Plätzen.

Übrigens: Die TÜV-Ingenieure weisen darauf hin, dass sich schnellstmöglich einen Termin geben lassen sollte, wer noch mit einer gelben Plakette unterwegs ist. Wer überzieht, zahlt spätestens nach zwei Monaten ein Bußgeld, später droht auch ein Punkt in Flensburg.

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