So., 17.01.2016

Neujahrsempfang der Steinfurter Kirchengemeinden Toleranz und Mitmenschlichkeit

Gemeinsam ist vieles möglich – das war der Tenor beim Neujahrsempfang der Kirchengemeinden zum Thema Flüchtlinge. Unter anderem bezogen Nadine Rath, Pfarrer Karl-Heinz Gehrt und Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer Stellung (oben, v.r.). Pfarrer Markus Dördelmann ließ den aus Syrien stammenden Flüchtling Diguar Hmo zu Wort kommen (l.).

Gemeinsam ist vieles möglich – das war der Tenor beim Neujahrsempfang der Kirchengemeinden zum Thema Flüchtlinge. Unter anderem bezogen Nadine Rath, Pfarrer Karl-Heinz Gehrt und Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer Stellung (oben, v.r.). Pfarrer Markus Dördelmann ließ den aus Syrien stammenden Flüchtling Diguar Hmo zu Wort kommen (l.). Foto: sit

Steinfurt - 

Gemeinsam ist vieles möglich – das war der Tenor beim Neujahrsempfang der Kirchengemeinden zum Thema Flüchtlinge. Der Einladung der katholischen, evangelischen und evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden waren zahlreiche Vertreter von Vereinen und kirchlichen Einrichtungen, aus Verwaltung und der freien Wirtschaft gefolgt.

Von Sabine Sitte

„Wir möchten keine langen Reden halten, sondern Impulse geben“, betonte Pfarrer Guido Meyer-Wirsching nach der Andacht zum ökumenischen Neujahrsempfang am Freitagabend. Mit der einfachen Frage „Woher kommt mir Hilfe?“ haben die Steinfurter Kirchengemeinden ein ebenso aktuelles wie komplexes Thema aufgegriffen: Flüchtlinge in Deutschland. Der Einladung der katholischen, evangelischen und evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden waren zahlreiche Vertreter von Vereinen und kirchlichen Einrichtungen, aus Verwaltung und der freien Wirtschaft gefolgt.

„Noch vor einem Jahr haben wir in unserer Ökumene für Toleranz und Mitmenschlichkeit plädiert“, begrüßte Meyer-Wirsching die Gäste in der kleinen evangelischen Kirche. „Kaum einer hat ahnen können, wie schnell sich der Wunsch bewahrheiten würde“, so der Vorsitzende des Presbyteriums angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation. Doch: Es gäbe auch Grenzen der Hilfe und für Helfende. 570 Flüchtlinge hat Steinfurt im vergangenen Jahr aufgenommen. Wie das zu schaffen sein soll sei eine Frage, die sich haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter vielleicht oftmals stellten, vermutete Karl-Heinz Gehrt. Der Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Borghorst wagte ein Gleichnis mit der biblischen Geschichte „Die Speisung der 5000“. Strukturen schaffen, Verbündete suchen und auch mit Wenigem einen Anfang wagen – das seien Ansätze, das scheinbar Unmögliche zu bewältigen. „Keine Stadt kann alles, aber vieles ist möglich.“

Auch Nadine Rath, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, wusste: Um die Mammutaufgabe zu bewältigen, sei mehr nötig, als sich nur um Unterbringung und Leistungsauszahlung zu kümmern. Ob Möbel- oder Kleiderspenden, die Arbeit als Lotsen oder die Angebote für Sprachkurse – „wir konnten auf viele Steinfurter bauen“, zählte Rath auf. „Allein als Stadt hätten wir das nicht geschafft“. Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer nannte Steinfurt „wunderbar“ und mutmaßte, „die Flüchtlinge haben sich ihr Leben sicher auch anders vorgestellt“.

So auch Diguar Hmo. Der 28-jährige Syrier kam vor 13 Monaten als Flüchtling nach Deutschland. Er habe sein Biologie-Studium in Damaskus abbrechen müssen und seine Frau warte noch immer in der Türkei. Leise erzählte er in von seinem bisherigen Leben, über seine Flucht und die Ankunft in dem ihm vollkommen fremden Land. Völlig allein sei er gewesen, sagt Hmo, ohne Kontakte. Inzwischen habe er viele freundliche Menschen kennengelernt, spiele Fußball im Verein und unterstütze als Übersetzer die Flüchtlingshilfe. „Ich möchte mich für die Bürger dieser Stadt engagieren.“

Beim anschließenden Empfang im Gemeindezentrum verkündete Pfarrer Meyer-Wirsching den Spendenbetrag der Andachts-Kollekte: Die 654 Euro sollen der Flüchtlingshilfe zugute kommen.

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