Mi., 20.01.2016

Notunterkunft wird erst Ende Februar fertig Von Entspannung keine Spur

Die Verwaltung informierte am Mittwochabend die Anwohner und Nutzer der Arnoldinum-Sporthalle über die Nutzung als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge. Ein Umbau wie in den Borghorster Hallen ist nicht geplant.

Die Verwaltung informierte am Mittwochabend die Anwohner und Nutzer der Arnoldinum-Sporthalle über die Nutzung als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge. Ein Umbau wie in den Borghorster Hallen ist nicht geplant. Foto: ar

Steinfurt - 

Auch wenn in den letzten Tagen keine weiteren Asylsuchenden nach Steinfurt gekommen sind – von einer Entspannung der Situation will Maria Lindemann nicht sprechen. „Auch wenn es jetzt ruhig war, dafür haben wir am vergangenen Donnerstag 21 Flüchtlinge auf einen Schlag bekommen.“ Die weitere Entwicklung? Die Erste Beigeordnete zuckt mit den Schultern: „Ich kann leider nicht in die Glaskugel gucken.“ Für die mittlerweile über 600 Asylsuchenden annehmbare Lebensbedingungen zu schaffen sowie den Neuankömmlingen von jetzt auf gleich ein Dach über dem Kopf zu geben – das wird in diesem Jahr eine der bestimmenden Aufgaben der Rathaus-Mitarbeiter bleiben.

Von Axel Roll

Erst am Mittwochabend informierte Maria Lindemann die Anwohner des Arnoldinums über die Nutzung der Sporthalle als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge.

Technischer Beigeordneter Reinhard Niewerth und sein Team kümmern sich derweil um die bauliche Herrichtung der Unterkünfte. Über 90 Wohnungen hat die Stadt inzwischen belegt. Die meisten sind angemietet. Dazu kommen die Immobilien in städtischem Besitz. Und die geplante Notunterkunft im Gewerbegebiet Sonnenschein nicht zu vergessen.

Die geht allerdings mit Verspätung an den Start. Reinhard Niewerth: „Fertigstellung war für den 22. Januar geplant. Die Berliner Firma, die die beiden Traglufthallen aufstellt, wird die erste allerdings erst am 25. Februar übergeben können.“ Witterungsgründe an anderen Standorten seien unter anderem für die Verzögerung verantwortlich. So können die Zelte nicht „aufgepumpt“ werden, wenn Schnee fällt.

Nicht so wie geplant läuft der Bau des städtischen Mehrfamilienhauses an der Elisabethstraße. Wie der Baudezernent erläuterte, ergab die Ausschreibung für einen Generalunternehmer ein niederschmetterndes Ergebnis. Der preisgünstigste Anbieter liegt 200 000 Euro über den von der Stadt kalkulierten Kosten. Reinhard Niewerth: „Uns war klar, dass eine Vergabe an einen Generalunternehmer teurer wird.“ Aber nicht in diesem Ausmaß. Darum wird die Verwaltung die Gewerke jetzt einzeln ausschreiben. Folge: Auch hier verzögert sich der Baubeginn.

160 000 Euro wird voraussichtlich der Umbau des Schützenhofs an der Arnold-Kock-Straße kosten. Dort sollen alle drei Geschosse für Asylsuchende hergerichtet werden. Teuer werden in erster Linie die Brandschutzmaßnahmen wie die Schaffung eines zweiten Fluchtwegs über eine Außentreppe. Niewerth geht davon aus, dass die ersten Flüchtlinge um Ostern in das von der Krombacher-Brauerei angemietete Objekt einziehen können.

In Verhandlungen steht das Baudezernat mit Investoren, die Unterkünfte selbst bauen und dann an die Stadt vermieten möchte. Nach Auskunft des Technischen Beigeordneten werden für solche Immobilien Quadratmeter-Mietpreise von 4,86 Euro gezahlt. Außerdem könnte eine ehemalige Textillagerhalle umgenutzt und für zweigeschossig angelegte Wohnungen genutzt werden. „Hier sind wir aber noch mitten in den Gesprächen“, betonte Niewerth.

Wie Kollegin Maria Lindemann am Mittwoch den Arnoldinum-Anwohnern erläuterte, wird die Sporthalle als Puffer genutzt, um schnell größere Gruppen unterbringen zu können. „Sie werden nicht wie die KvG- und Nikomedeshalle umgebaut“, betonte die Erste Beigeordnete. So wurden Küchen und zusätzliche sanitäre Einrichtungen geschaffen. In der Halle selbst werden aber lediglich Betten aufgestellt. Maria Lindemann wörtlich: „Die Sporthalle soll also nur genutzt werden, wenn wir wirklich aus allen Nähten platzen.“

Sie hofft auf Entspannung, wenn die Notunterkunft im Sonnenschein in Betrieb genommen wird. Nach den bisherigen Berechnungen werden der Stadt dann ein halbes Jahr keine weiteren Flüchtlinge zugeteilt.

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