Do., 21.01.2016

Helmut Hartmann ist Hubrschrauberpilot – und bleibt am Boden Biene im Stimmbruch

Helmut Hartmann und seine Helikopter: An den Modellen aus Carbon gibt es immer irgendetwas zu basteln.

Helmut Hartmann und seine Helikopter: An den Modellen aus Carbon gibt es immer irgendetwas zu basteln. Foto: Pape

Borghorst - 

Start frei: Senk­recht hebt sich der Hubschrauber in die Luft, atemberaubend schnell fliegt er davon. In 20 Metern Höhe etwa gibt der Pilot das Kommando zum Looping. Jetzt ist allein die Geschicklichkeit gefragt. Kann der Pilot sein Flugzeug auf die gewünschten Rollen bringen? Bekommt er anschließend seinen Heli wieder heil auf die Erde zurück? Ganz so einfach ist all dies nicht. Schließlich haben die Hubschrauber weder Düsenantrieb noch Verbrenner; schließlich sitzt im Cockpit niemand. Der Pilot bleibt mit beiden Beinen auf der Erde, den Steuerknüppel trägt er vor dem Bauch. Was durch die Luft fliegt, ist ein Modellhubschrauber gesteuert von dem Borghorster Helmut Hartmann (62).

Von Hermann-Josef Pape

„Bruchlandungen sind bei Anfängern keine Seltenheit, kommen aber auch bei erfahrenen Piloten ab und an vor.“ Manchmal, sagt Helmut Hartmann, seines Zeichens Organisator der Modellflug-Interessengemeinschaft Steinfurt, habe man einfach eine Pechsträhne. Bruchlandungen gibt es auch bei Wettkämpfen. Nicht zuletzt diese Tatsache zeigt, wie anspruchsvoll der Modellflug-Sport ist. Auf die Bezeichnung „Sport“ legen die Aktiven größten Wert. Eine Mitgliedschaft in der DMO (Deutsche Modellsport Organisation) ist aus Sicherheitsgründen erforderlich, erklärt der Fachmann.

Acht „Hubschrauberbären“, unter ihnen auch Studierende der Fachhochschule, betreiben ihr Hobby auf einer Flugwiese in der Bauerschaft Veltrup. „In Ochtrup fliegen unsere elektrisch angetriebenen Modelle auch in der Sporthalle.“

Teamgeist herrscht unter den sportlichen Fans. Fachsimpeleien bestimmen das Geschehen am Flugplatzrand. Neue Modelle werden begutachtet, neue Technik erklärt, anerkennende Worte nach einem gelungenen Flug des Mitstreiters fehlen nie. Kein Wunder, handelt es sich bei den Modellfliegern doch um ein relativ überschaubares Grüppchen. Jeder, der will, kann mitmachen. Der Sport ist erschwinglich. Hartmann: „Wer einsteigen will, muss rund 500 Euro anlegen für ein Modellhubschrauber mit Fernsteuerung.“

Die Helis haben ein Gewicht von rund drei Kilogramm, 50 bis 60 Zentimeter Länge, 40 bis 120 Zentimeter Spannweite und sind aus Carbon. Saisonabhängig ist der Modellflugsport eigentlich nicht. „Generell“ sagt Hartmann, wird im Winter natürlich nicht so viel geflogen wie im Sommer. Der Zeitaufwand für dieses rasante Hobby ist individuell äußerst verschieden, das bleibt jedem überlassen. Bei Interesse kann jeder einen Schnupperkursus unter E-Mail: hartmann30@freenet.de belegen. Vor dem Start wird ein frisch geladener Akku am Heli befestigt. „Das Geräusch des Drehflügelflugzeugs hört sich in der Luft wie ein Bienensummen im Stimmbruch an“, meint Helmut Hartmann lächelnd. Dieser Sound ist Musik in seinen Ohren, Sein in fast 20 Arbeitsstunden liebevoll zusammengebautes Modell „T-REX 550“ fliegt. Und wie es fliegt. Die beiden Rotorblätter surren, als der Heli wenig später auf der kurz gemähten Gras-Landebahn aufsetzt.

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