Fr., 22.01.2016

Förderverein ruft zu Spendenaktion auf „Eine Tankfüllung fürs Krankenhaus“

Prof. Dr. Thomas Rose, Dr. Michael Franke und Christoph Kötters vom Vorstand des Fördervereins zum Erhalt des Steinfurter Krankenhauses hoffen auf eine große Resonanz zu ihrer Spendenaktion.

Prof. Dr. Thomas Rose, Dr. Michael Franke und Christoph Kötters vom Vorstand des Fördervereins zum Erhalt des Steinfurter Krankenhauses hoffen auf eine große Resonanz zu ihrer Spendenaktion. Foto: Axel Roll

Steinfurt - 

„Eine Tankfüllung fürs Krankenhaus“ – mit diesem Slogan wirbt der Förderverein zum Erhalt des Borghorster Marienhospitals für seine gerade ins Leben gerufene Spendenaktion. „Wir wollen einen möglichst großen Beitrag zur Restfinanzierung des notwendigen Bettenhauses leisten“, erläuterte Vorsitzender Prof. Dr. Thomas Rose den Hintergrund der Aktion. Weiterhin geht es dem Verein natürlich darum, dass die Steinfurter Flagge Richtung Kreis und Land zeigen, die den Löwenanteil der Investitionen übernehmen müssten. Mit im Boot ist trotz der leeren Kasse aber auch die Stadt, wie Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer auf Anfrage bestätigte. . .

Von Axel Roll

Zur Erinnerung: Das Universitätsklinikum Münster will den Betrieb in Steinfurt nur übernehmen, wenn ein rund 14 Millionen Euro teures Bettenhaus gebaut wird. Ein Großteil dieser Summe soll aus der Schatulle des Landes kommen. Und wie Claudia Bögel-Hoyer andeutete, stehen die Chancen dafür auch gar nicht mal so schlecht. „Ich telefoniere täglich mit Land, Bezirksregierung und Kreis. Wir müssen jetzt aber erst einmal die Füße still halten, um die Verhandlungen nicht zu gefährden“, so die Bürgermeisterin gegenüber dieser Zeitung.

Nach der Rechnung des Fördervereins bliebe unterm Strich ein Betrag von rund drei Millionen Euro, den sich Kreis und Stadt irgendwie teilen müssten. Vorsitzender Prof. Dr. Thomas Rose sieht die Spendenaktion darum auch als ein wichtiges Signal für die übergeordneten Behörden: „Wir wollen ein Zeichen setzen, das aber nicht nur symbolisch sein darf.“ Seine Argumente: Das Krankenhaus ist nicht nur wichtig für die medizinische Versorgung der Region. Es ist auch ein großer Wirtschaftsfaktor. „Vielen Geschäftsleuten würde der Umsatz wegbrechen, wenn es das Haus nicht mehr geben würde“, glaubt Rose. Darum wäre eine Spende der Unternehmer eine Investition ins eigene Geschäft.

Für die Patienten biete das Hospital kurze Anfahrtswege, die örtlichen Firmen profitierten von der Einrichtung auch in Sachen Arbeitsschutz und Sicherheit.

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer begrüßt den Aufruf des Förderverein-Vorstandes zu dieser Spendenaktion sehr. „Das ist eine tolle Sache. Ich habe dem Verein meine vollste Unterstützung zugesagt“, so Bögel. Die Bürgermeisterin wörtlich: „Das ist toll, was die Leute da machen.“

Sie selbst war derweil auch nicht untätig. In dieser Woche hat eine interne Informationsveranstaltung für die Ratsmitglieder, bei der noch einmal alle Fakten zu den schwierigen Verhandlungen auf den Tisch gekommen sind, stattgefunden. „Dabei ist noch einmal deutlich geworden, dass auch die Politik zu 100 Prozent hinter dem Krankenhaus steht“, bilanzierte Bögel-Hoyer.

Trotz des Nothaushaltes hält es die Bürgermeisterin für möglich, dass die Stadt ihren finanziellen Beitrag zum Bau des Bettenhauses leisten kann. Wie Bögel-Hoyer erläuterte, habe es bereits Gespräche mit der Finanzaufsicht gegeben. Und von dort sei grünes Licht gekommen. Wie tief die Stadt ins Portemonnaie greifen würde, das ist noch unklar.

Thomas Rose hat inzwischen den Eindruck, dass auch der Kreistag erkannt hat, dass er das Marienhospital unterstützen muss. „Wobei wir mit der Spendenaktion die letzten Zögerer noch umstimmen wollen“, so der Vorsitzende.

Der Kreis hatte bekanntlich seine Bereitschaft erklärt, das Defizit des Hospitals in diesem Jahr mit 2,5 Millionen Euro aufzufangen. Das Bistum Münster steht parallel für Personalkosten in Höhe von zwei Millionen Euro gerade (unsere Zeitung berichtete ausführlich). Damit waren schon einmal zwei Voraussetzungen für einen Einstieg des UKM erfüllt. Jetzt fehlt „nur“ noch das 14 Millionen Euro teure Bettenhaus. . .

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