Fr., 22.01.2016

Hembrock-Vorschlag Der Kreis als Stiftungs-Drehscheibe?

Kreis Steinfurt - 

Bernhad Hembrock ist nicht nur stellvertretender Landrat, er ist auch in vier Stiftungsvorständen aktiv. Jetzt macht er den Vorschlag, der Kreis solle die 63 Stiftungen im Kreis zu einer besserer Zusammenarbeit anregen.

Von Achim Giersberg

300 Euro monatlich für maximal 18 Monate als nicht zurückzahlbares Stipendium für begabte Schüler und Studenten, die sich auch sozial engagieren und deren Eltern nicht mehr als 50 000 Euro im Jahr verdienen: Das ist das neueste Projekt der Dr. Peter-Kleickmann-Stiftung. Zunächst wendet es sich nur an die Schülerinnen und Schüler der Standorte Steinfurt und Emsdetten der Wirtschaftsschulen des Kreises Steinfurt, doch künftig könnten auch andere Berufskollegs im Kreis profitieren.

Das Interesse ist groß, als der stellvertretende Stiftungsvorstand Bernhard Hembrock in der Aula der Wirtschaftsschulen das Projekt erläutert. Mit 300 Euro schöpft das Stipendium die Freigrenze aus, mit der es nicht mehr auf das BAföG angerechnet wird. „Überlegen Sie nicht lange, bewerben Sie sich bei uns. Wir freuen uns auf Sie!“ ermuntert er die Jungen und Mädchen

Die Dr. Peter-Kleickmann -Stiftung ist eine von insgesamt 63 Stiftungen, die es im Kreis Steinfurt gib. Bernhard Hembrock, der für die CDU im Kreistag sitzt und auch stellvertretender Landrat ist, engagiert sich im Vorstand von gleich vier Stiftungen. Namensgeber für die Kleickmann-Stiftung ist ein Kinderarzt, der 1863 in Wadersloh geboren wurde und dessen Nachfahren heute im Kreis Steinfurt leben, aber nicht in Erscheinung treten wollen. Die Stiftung hat bereits Projekte an den Kaufmännischen Schulen Ibbenbüren („Leichter lesen lernen“) gefördert und hat Praktikanten am Ibbenbürener Quasi-so-Theater unterstützt. Das neue Stipendien-Projekt ist auf zunächst fünf Jahre angelegt. In der Pipeline stecken auch ein Flüchtlings-Projekt und ein Projekt zur Förderung der Deutschen Kultur in Namibia.

Der Stiftungs-Experte Hembrock macht sich generell dafür stark, dass Stiftungen grundsätzlich nicht öffentliche Gelder ersetzen, sondern zusätzliche Aufgaben übernehmen. Der Kreis Steinfurt, so regt er an, könne die Stiftungen in seinem Gebiet stärker koordinieren – heute wisse kaum jemand, welche Stiftungen es überhaupt gebe, und wie sie agierten. Gleichzeitig wirbt Hembrock für Zustiftungen. Das sei besser, als immer neue, kleine Stiftungen zu gründen, die dann mangels Masse kaum handlungsfähig seien.

Auch sei eine Zustiftung auch unter steuerlichen Gesichtspunkten interessant und könne ebenfalls mit dem Namen des Stifters verbunden werden. Neuerdings seien auch Verbrauchsstiftungen erlaubt, bei denen das Vermögen nach und nach aufgezehrt wird. Der Kreis als Stiftungs-Drehscheibe, als Organisator eines Fund-Raisings, das ist Hembrocks Zukunftsvision. Dass dabei auch eine Konkurrenz unter den Stiftungen erwachsen könnte, stört ihn nicht: „Stiftungsarbeit ist immer auch Öffentlichkeitsarbeit.“ Und auch der Einschätzung, dass Stiftungen angesichts der Niedrigzinsphase keine Zukunft hätten, widerspricht er. Dollaranleihen, Immobilien, Sachbesitz – die Palette der möglichen Anlagealternativen sei groß.

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